KKV-Aktuell, Ausgabe 3-2019


Foto: Lutz Engelhardt

In der Fastenzeit

Das Titelbild des März-Hefts zeigt den Innenraum der Alten Sakristei der Kreuzkirche in Hildesheim. In den Jahren 2008/2009 wurde die Alte Sakristei saniert und zu einem Raum für Stille und Gebet umgebaut. Hier feiern wir unseren Gottesdienst zur Fastenzeit am 23.03.19 um 17 Uhr.

Die Fastenzeit dauert in diesem Jahr vom 06.03. bis 21.04.19 – was bedeutet fasten heute? Immer noch sind mit dem Fasten Einkehr, Umkehr und Buße verbunden. Eine Zeitlang wird auf Gewohntes verzichtet. Früher waren es bestimmte Speisen, es gab detaillierte Speisevorschriften. Heute wird das Fasten nicht nur von Christen in der Fastenzeit wahrgenommen, sondern auch von anderen. Und man begegnet Menschen, die die Frage stellen: Und was fastest du? Der moderne Mensch kann es sich aussuchen, unterstützt von Aktionen der Kirchen.
Welche (modischen) Fastenaktionen gibt es in diesem Jahr?
Da kann man sich den Sieben Wochen ohne der ev. Kirche anschließen oder das Klimafasten, das Plastik-Fasten, das Autofasten, das Handyfasten, das Internetfasten, das Computerspielfasten, das Wegwerffasten und vieles mehr versuchen.
Der Diözesantrat der Katholiken im Bistum Hildesheim bietet in diesem Jahr zusammen mit anderen die Aktion So viel du brauchstFastenaktion für Klimaschutz & Klimagerechtigkeit – von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Lesen Sie dazu auch www.bistum-hildesheim/klimafasten

Regina Michalski

Jahreshauptversammlung 2019

Am 21. Januar fand die diesjährige Jahreshauptversammlung im Landgasthof „Zur Scharfen Ecke“ statt. Die Anwesenden gedachten zunächst der im letzten Jahr verstorbenen fünf Mitglieder. Im Anschluss daran überreichte Thomas Michalski Frau Tebbenjohanns von Flux einen symbolischen Scheck in Höhe von 3.000,- Euro, die bei den diversen Veranstaltungen in den letzten zwei Jahren und mit einem gesonderten Spendenaufruf vor Weihnachten gesammelt werden konnten. Frau Tebbenjohanns bedankte sich sehr herzlich für diese Spende und berichtete kurz über die Arbeit von Flux. Sie lud alle KKV-Mitglieder herzlich ein, einmal im dortigen Café vorbei zu kommen, um direkt in Kontakt mit geflüchteten Menschen und Mitarbeitern zu kommen. Das Café befindet sich in der Senkingstr. 10 a, 3. Etage und hat dienstags bis donnerstags von 15.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Kaffee und Kuchen gibt es gratis. Thomas Michalski weist darauf hin, dass freiwillige Flüchtlingsarbeit auch in diesem Jahr wichtig ist und sich der Vorstand entschlossen hat, auch im Jahr 2019 Spenden für Flux zu sammeln.


Foto: Regina Michalski

Anschließend wurden die alljährlichen Berichte vorgetragen. Thomas Michalski baute seinen Bericht auf den Grundthemen des KKV auf: Glauben, Dienst am Nächsten, Bildung und Wissen sowie Geselligkeit und Gemeinschaft. Glauben haben wir im letzten Jahr in eindrucksvollen Gottesdiensten, in einem intensiven Besinnungstag und in spannenden Gesprächen zu religiösen Themen erlebt. Dienst am Nächsten spiegelte sich in der erneuten Aktion 1 Pfund mehr und in der Sammlung für Flux wieder. Bildung und Wissen ist fast eine Überschrift über unsere zahlreichen Vorträge und Diskussionen. Und Gemeinschaft erfahren wir auf vielen unserer Veranstaltungen wie Sommer- und Stiftungsfest oder auch Maiandacht und Adventsfeier.
Den Bericht aus dem Veranstaltungsausschuss stellte Thomas Adamski vor: Im vergangenen Jahr hatten die Veranstaltungen des KKV Hildesheim insgesamt 830 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auch das Treffen „KKV am Nachmittag“ – das ehemalige 60plus-Treffen – erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Abschließend weist er auf verschiedene geplante Veranstaltungen im Jahr 2019 hin, u.a. die Messe zur Fastenzeit mit anschließendem Matjesessen, die Maiandacht mit anschließendem Spargelessen und eine Wochenendreise nach Magdeburg.
Heinz Bertram berichtete aus dem Diözesan- und Bundesverband. Besonders die großartige Beteilung an der Krippenfahrt am 05.01. mit 56 Personen hob er hervor. Zudem wies er auf einen geplanten Studientag für alle Vorstandsmitglieder des Diözesanverbands und der drei Ortsverbände im Bistum Hildesheim hin, auf dem die Katholische Soziallehre Thema sein wird.
Da immer noch kein Schatzmeister gefunden werden konnte, teilt Thomas Michalski, der diese Arbeit vorübergehend mit übernommen hat, den aktuellen Kassenstand mit. Thomas Landsvogt als Kassenprüfer erläuterte u.a. die Sparmaßnahmen im letzten Jahr, die dazu geführt haben, dass für das Jahr 2018 ein solider Überschuss erzielt werden konnte. Die Kassenprüfer bestätigen die ordnungsgemäße Führung der Kasse und die Anwesenden entlasteten den Vorstand.
Bei den anschließenden Wahlen gab es erfreuliche Wiederwahlen: Thomas Adamski erklärte sich bereit, weitere zwei Jahre stellvertretender Vorsitzender zu sein. Barbara Berndt, Karl Klodwig und Harald Wehrmaker wurden als Beisitzer wiedergewählt. Als neuer Beisitzer wurde außerdem Peter Schüller gewählt. Als Kassenprüfer wurden Karl Fleige und Thomas Landsvogt gewählt/wiedergewählt. Ein Schatzmeister wurde leider wieder nicht gefunden.
Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass der KKV Hildesheim ein gutes Jahr 2018 hinter sich gebracht hat und im Jahr 2019 auf einem guten Weg ist.
Barbara Kreutzer

Im Anschluss an die Versammlung hielt unser Vb Matthias Kaufmann, kwg, seinen überaus interessanten Vortrag über die aktuelle Situation auf dem Hildesheimer Wohnungsmarkt und die möglichen Entwicklungen in der Zukunft.

Fröhlichkeit gehört zum Christentum.
Gedanken zu Karneval und Aschermittwoch

Liebe KKVerinnen und KKVer, liebe Leser!
Frühling, Sommer, Herbst und Winter….und dann folgt die „fünfte Jahreszeit“. Der Höhepunkt dieser Zeit nähert sich und dann reißt am Aschermittwoch alles abrupt ab.
Warum ist Karneval überhaupt ein Religionsthema, und was hat Karneval mit Aschermittwoch zu tun?
Jetzt sind die vielen Karnevalisten wieder in ihrem Element, als Besucher von Sitzungen und Bällen, oder als Zuschauer bei Umzügen, oder als Mitglieder von Karnevalsgesellschaften.
Im Karneval wird der christliche Sinn am deutlichsten sichtbar und erlebbar. Jeder kann teilnehmen, alle sind gleich. Bestehende Machtverhältnisse werden aufgelöst, es gibt keine Ausgrenzungen und keine Standesunterschiede. Jeder kann in eine andere Rolle schlüpfen.
An diesen tollen Tagen werden also rauschende Feste gefeiert, Frohsinn und Narretei ausgelebt. Man kann im Schutz von Masken und Kostümen unerkannt bleiben oder im „Spiel“ die Rolle eines Bösen oder eines Ungeheuers einnehmen. Man darf als Narr auch Dinge aussprechen, die sonst keiner sagen darf. Er hat „Narrenfreiheit“.
„Fröhlichkeit gehört zum Christentum wie der Duft zu einer Blume“, so sagte es einmal Albert Schweizer und auch Franz von Assisi legte großen Wert auf die Fröhlichkeit.
Und am Aschermittwoch ist alles vorbei. Es beginnt die Fastenzeit, die 40 Tage bis Ostern geht. Das Aschenkreuz, das uns am Aschermittwoch mit den Worten: „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ auf die Stirn gezeichnet wird, erinnert uns an die eigene Vergänglichkeit und daran, dass alles vergehen muss. Wir sind nach den tollen Tagen zur Umkehr bereit und glauben daran, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern dass es ein ewiges Leben gibt.
Mit dem Aschermittwoch sollte also nicht die Freude auf Eis gelegt werden, christliche Freude ist mehr als Fröhlichsein, sie umfasst Hoffnung, Glaube und Gelassenheit in Bezug auf die Dinge dieser Welt.
Und diese christliche Freude wünsche ich allen KKVerinnen, KKVern und Lesern dieses Heftes.
Horst Czechak
Vorsitzender KKV OG Elze/Gronau 

Fastenaktion für Klimaschutz und -gerechtigkeit

Etwas anders machen, achtsamer sein. Für sich, für andere, für die Schöpfung. Aber aus Routinen ausbrechen und das auch noch durchhalten? Sich wirklich zu fragen: Was brauche ich eigentlich? Und das Leben ist anstrengend genug: Dann auch noch auf Schönes verzichten? Also fasten? Kaum vorstellbar.
Genau dazu möchten mittlerweile elf evangelische Landeskirchen, 2 katholische Bistümer und der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Hildesheim einladen. Zum Gönnen. Zum anderen Blick auf das eigene Leben. Und genau davon hat auch die Schöpfung etwas – das macht die Aktion Klimafasten 2019. Sie kennen doch den Spruch: weniger ist mehr. Das trifft es eigentlich nicht so ganz: Weniger ist nicht mehr, sondern weniger ist besser. Oder anders: bewusster ist besser. Eben: „So viel du brauchst … “
Kernstück der Aktion ist die Fasten-Broschüre, die Interessierte mit Ideen und Anregungen dazu anleitet, in den sieben Wochen vor Ostern den Klimaschutz in den Blick zu nehmen. Wählen Sie jede Woche ein, zwei oder mehrere Ideen und Impulse aus oder setzen Sie Ihre eigenen Schwerpunkte. […] Informationen, Ideen und Materialien finden Sie unter www.bistum-hildesheim/klimafasten

Text und Foto: Diözesanrat der Katholiken im Bistum Hildesheim

KKV fordert: Europa First

Der katholische Sozialverband KKV fordert anlässlich der heutigen Unterzeichnungen des Aachener Vertrages zwischen Frankreich und Deutschland eine Neubelebung des Europäischen Projektes. „Frieden und Wohlstand hat Europa den Menschen erst in Mittel-, später auch in Süd- und Südosteuropa nähergebracht“ so der Bundesvorsitzende Josef Ridders. Leider vergessen das viele und in den letzten Jahren zeigt sich viel Lethargie und Gleichgültigkeit und sogar Ablehnung bis hin zum Hass auf das Zusammenwachsen.
Dabei gibt es kaum eine vernünftige Alternative, denn allein ist weder Deutschland noch Frankreich, Spanien oder Polen, von Ungarn und Österreich und anderen ganz abgesehen, in der Lage die großen Herausforderungen der Zukunft zu stemmen. Das fängt beim Klimaschutz an und hört beim Welthandel überhaupt nicht auf. Glauben wir in Europa im ernst 80 Millionen Deutsche, 10 Millionen Ungarn oder Österreicher oder 40 Millionen Polen hätten mittelfristig bei einer Weltbevölkerung von 8 Milliarden ein ernsthaftes Wörtchen mitzureden. Schon heute ist absehbar, dass manche großen Länder mit wirtschaftlicher Macht nach Europa drängen und versuchen den Kontinent von hinten aufzurollen und irgendwann wird man dann hier auch ökonomisch nur doch die 2. oder 3. Geige spielen. Hier hilft das Zusammenstehen, mit gesundem Selbstvertrauen, nicht gegen etwas, sondern für die Menschen in Europa und der Welt.
Zwar wird Europa von den Menschen außerhalb von vielen als alter Kontinent gesehen, als von gestern, schrumpfend, mit Ängsten und ohne allzu viel Zuversicht. Andererseits sind wir ein Kontinent der wohlhabend ist und wo zumindest in weiten Teilen die Menschenwürde gewahrt und die Errungenschaften moderner Rechtsstaaten hochgehalten werden, was nicht zuletzt der Wirtschaft zugutekommt. Das macht Deutschland, Frankreich und fast alle anderen Länder in Europa und in der europäischen Union zu einem Zufluchtsort für Menschen, die Hoffnung auf ein besseres Leben haben, auch ökonomisch.
Europa und seine Bürger sollten also „Europa First“ nicht als Abschottung gegenüber anderen, sondern als erste und wichtigste Hinwendungen zu europäischen Werten wie Meinungs- und Religionsfreiheit, sozialer Marktwirtschaft, Gewaltenteilung und echten Demokratischen Institutionen ansehen.
Das sagt nicht, dass Europa naiv seine Grenzen öffnen muss, aber die kleinteilige Suche nach dem eigenen kleinen momentanen Vorteil; dem schnellen Deal, bringt langfristig niemanden etwas ein.

Gut wäre, so der KKV:

  • Eine kluge gemeinsame Außenpolitik auf Basis der Werte, die Europa mal eigen waren
  • Ein Vorangehen im Sachen Klimaschutz, denn noch haben wir die wirtschaftlichen
  • Möglichkeiten und hier liegen innovative Möglichkeiten auch für die Wirtschaft
  • Eine gerechte Besteuerung und kein europäischer Steuerwettbewerb, der am Ende fast nur Verlierer kennt, mit Ausnahme der Superreichen
  • Ein technik- und innovationsfreudiges Umfeld, ohne jedoch die ethischen Fragen in den Hintergrund zu schieben oder auszublenden, wie es in manchen Weltregionen geschieht

Europa First heißt also nicht Ausgrenzung und Herabwürdigung der anderen als Zweite oder Dritte, sondern Europa als „ein extrem wichtiges Projekt der Menschen in Europa“ zu sehen, so dass wir weiterhin gut und friedlich leben können, wie in den vergangenen Jahren. Am heutigen Jahrestag der Verabschiedung des Elysee Vertrages zwischen Charles De Gaulle und Konrad Adenauer am 22. Januar 1963, der nun im Aachener Vertrag zwischen Präsident Macron und Bundeskanzlerin Merkel erneuert wird, erinnern beide an nicht mehr und nicht weniger.

Josef Ridders, Bundesvorsitzender
KKV Pressemitteilung vom 22.01.2019