KKV-Aktuell, Ausgabe 9-2019


Foto: Klaus-Peter Wolf

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Was sehen Sie auf dem Foto?
Die meisten werden sagen, dass sie eine Ameise sehen. Im Redaktionsteam war das so und dann wurden Assoziationen zur Ameise genannt: Teamfähigkeit, Zusammenarbeit, Emsigkeit und Fleiß. Und dann wurde angemerkt, dass man auf keinen Fall Tieren menschliche Eigenschaften zuordnen sollte. Also schauen wir weiter.
Wir sehen wunderbare runde etwas abgeflachte Wasser-Kugeln. (Topfen entstehen durch den Luftwiderstand, wenn Wasserkugeln fallen; liegende Wasserkugeln werden flach durch die Gravitation). Und dazu fallen mir Begriffe ein wie Wassermoleküle, Wasser-Dipol, Wasserstoffbrücken-
bindungen und die Oberflächenspannung, die durch nach innen gerichteten Kräften entsteht und begründet ist im Aufbau des Wassermoleküls.
Sie finden das unromantisch und befremdlich?
Naja, Wassertropfen können auch als sehr schön und glitzernd angesehen werden und uns träumen lassen von Frische und Klarheit; im Licht der Sonne erscheinen sie wie Edelsteine.
Und unter dem Mikroskop können in einem Wassertropfen viele kleinste Lebewesen entdeckt werden.

Regina Michalski

Stille Wasser sind nicht tief, sondern ohne Kohlensäure!

Vorwort

Liebe Verbandsschwestern und Verbandsbrüder,
die Menschen haben (erneut) begriffen, dass die EU ein Wert an sich ist, 90% der deutschen und niedersächsischen Wähler haben am 26.05. pro Europa gewählt. Das war zum Glück in fast allen anderen Europäischen Ländern mit Ausnahme einer kleineren Insel nördlich von Frankreich ähnlich.
Aufgabe ist nun, die EU wieder in sicheres Fahrwasser zu bringen. Dies gilt auch und gerade für unsere gemeinsame Stellung in der Welt, für den Binnenmarkt und damit in besonderer Weise für unsere Wirtschaft. In Niedersachsen hängen z.B. fast 30 Prozent der Arbeitsplätze vom Export ab.
Die Wahl zum Europäischen Parlament im Mai hat zwar nicht den befürchteten großen Auftrieb für Extremisten jeder Art erbracht oder gar die EU-Gegner im europäischen Parlament zur führenden Kraft gemacht. Leider führen die trotzdem unklaren Mehrheitsverhältnisse aber bereits wieder zu Auseinandersetzungen um die wichtigen Machtpositionen wie den Kommissionspräsidenten, den Chefposten der Europäischen Zentralbank, den Vorsitzenden des Rates oder die Position des Außenbeauftragten. Von den Niederungen des fortlaufenden Brexitprotestes ganz zu schweigen.
Grund genug, sich dem Thema einmal grundsätzlich zu widmen.
Unverkennbar sind die Anfänge eines Umbruchs der über viele Jahrzehnte aufgebauten und etablierten Weltordnung zu erkennen.
Diese beruhte auf der Einsicht, gemeinsam besser dazustehen als allein. Wir Europäer haben uns auf den sog. „Multilateralismus“ mit weltweit ausgehandelten und globalgültigen Verträgen und Regeln zunehmend verlassen, viel von unserem heutigen Wohlstand beruht darauf. Die internationale Arbeitsteilung ist Grundpfeiler unseres Wohlstands.
Das Vertrauen in multilaterale Abkommen sinkt jedoch, erinnert sei nur an das Scheitern großer Handelsabkommen in letzter Zeit.
Ohne die USA, die sich zunehmend aus vielerlei Bindungen befreit, ist z.B. nicht nur das Pariser Klimaabkommen im Grunde kaum umsetzbar, wenn sich der zweitgrößte CO2 Emittent verweigert.
Gleichzeitig stellt sich die chinesische Regierung zwar als neue Verfechterin des Multilateralismus dar. Sie treibt aber weltweit Wirtschafts- und Investitionsprojekte voran, die Abhängigkeiten schaffen, die einem westlich geprägtem Multilateralismus, getragen von souveränen Nationen, widersprechen. Die chinesische „neue Seidenstraße“ endet übrigens ganz offiziell im Duisburger Hafen, die Chinesischen Investitionen in Afrika erfolgen ebenfalls nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit
Die Konrad-Adenauer-Stiftung spricht inzwischen jedenfalls bereits von einer „Wiederkehr der Großmachtpolitik“1 mit China und den USA an der Spitze.
Nun ist die EU in ihrem Wesen zwar ihrerseits keine Großmacht alten Stiles mit imperialen Zügen. Europäer setzen inzwischen mehr auf Werte und Verständigung. Dafür ist auch kultureller Austausch notwendig.
Fest steht aber, nur Europa als Ganzes und in sich geschlossen kann mit den großen Nationen USA, Indien oder China auf Augenhöhe verhandeln.
Hinzu kommen demographische Verschiebungen auf der Welt. Europa ist insgesamt ein alternder Kontinent. 1960 hatten wir noch einen Anteil von knapp 14 Prozent an der Weltbevölkerung, heute sind es gerade einmal 7 Prozent und bis 2060 werden es nur noch gut 5 Prozent sein.
Die Industrie ist in Europa weiter ein bedeutender Stabilisator für Wohlstand und Beschäftigung.
Der europäische Binnenmarkt besteht dagegen aus vielen relativ gesättigten Märkten. Große Wachstumsraten wird es eher in Schwellenländern und anderen Regionen der Welt geben. Hieraus folgt: Nur wenn wir als Europäer im globalen Wettbewerb erfolgreich sind und auch dorthin Waren exportieren können, werden wir weiterhin das erforderliche Wachstum generieren können.
Die strategische Ausrichtung auf einen funktionierenden Multilateralismus, in dem Sinn wie beschrieben, sowie die innere Geschlossenheit der EU sind mithin auch im nationalen deutschen Interesse und ohne echte Alternative außer, man möchte Juniorpartner einzelner Großmächte sein.
Voraussetzung bleibt aber, alle EU-Mitgliedstaaten unter einen Hut zu bekommen, da ansonsten das Gegengewicht zu den größten Nationen dieser Erde ein potemkinisches Dorf ist. Natürlich gehört dazu zwingend, dass alle die Regeln der EU und des Euro akzeptieren und einhalten. Der fortlaufende Kampf dafür lohnt aber, denn nur einer erfolgreichen EU wird es gelingen, die Kooperationen mit den vielen kleineren und mittleren Staaten weiter auszubauen.
Wem jetzt unsere Grundwerte, die Demokratie und das christliche Fundament Europas samt Friedenswirkung der EU fehlen – natürlich das kommt als Bonus zusätzlich obendrauf.
Die Gelegenheit, gestärkt aus dem Wandel hervorzugehen ist jedenfalls da, wir müssen sie aber ergreifen und dazu muss Europa funktionieren!

Ihr
Christian Berndt

Der Verfasser ist als stellv. Abteilungsleiter im Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit Verkehr und Digitalisierung für die strategische Ressortplanung und EU-Angelegenheiten zuständig.


1  Rüppel, Patrick: Liegt Europas Zukunft in Asien?, in: KAS [Hrsg.]: Auslandsinformationen, 04/2018.

Bericht vom Bundesverbandstag in Kaarst

Unter dem Motto „Die Zukunft beflügeln – Die Zukunft der Sozialverbände –Ökumene in einer interkulturellen Gesellschaft“ fand vom 31. Mai bis zum 2. Juni der 90. KKV-Bundes-verbandstag in Kaarst statt.


Mitglieder des Bundesvorstandes, des KKV-Hauptausschusses und des Vorstandes der Ortsgemeinschaft Kaarst trafen sich am 31. Mai um 10 Uhr im Kaarster Rathaus bei Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus (zugleich auch

Ortsvorsitzende des KKV). Am frühen Nachmittag wurde der Bundesverbandstag vom Bundesvorsitzenden Josef Ridders, Dr. Ulrike Nienhaus und dem designierten Bundesverbandstagspräsidenten, Ernst Lohe, eröffnet. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierte der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch, die evangelische Pastorin Barbara Montag, der Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling und der katholische Publizist Heinrich Wullhorst unter der fachkundigen Moderation von Lutger Baten (NGZ) sehr engagiert zum Verbandstagsthema im großen Saal des Hotel Mercure.
Die Eröffnungsmesse fand in St. Antonius in Kaarst-Vorst statt, mit Bischof Dr. Heiner Koch, dem Geistlichen Beirat des KKV, Prof. Dr. Peter Schallenberg und anderen Konzelebranten. Der Eröffnungsabend der Ortsgemeinschaft im Pfarrheim fand unter kräftiger Mitwirkung von ehrenamtlichen Frauen und Männern aus Kaarst statt und wurde von den circa 170 Gästen sehr genossen. Mit Shuttlebussen ging es zurück zum Hotel.
Nach einem ökumenischen Gebet am Samstag begann die Delegiertenversammlung, durch die der Bundesverbandstagspräsident Ernst Lohe souverän führte. Die Ergebnisse werden in Kürze im Protokoll vorliegen und dann auf Nachfrage versandt. Bei der Wahl zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurde Sebastian Adamski aus Hildesheim mit großer Mehrheit gewählt.
Am frühen Nachmittag begannen zwei Foren mit der Thematik „Wieviel katholisch darf es denn sein?“ und „KKV – und wo ist mein Mehrwert?“ Vorbereitet und durchgeführt wurden sie vom PR Profi Mathias Wieland, der mit zwei Kolleginnen vor Ort war. Die Foren waren mit je fast 30 Teilnehmern gut besucht. Eine Auswertung erfolgt in Kürze.
Beim Festabend im Mercure Hotel wurde vom Bundesverband zum sechsten Mal der „Ehrbare Kaufmann“ gekürt. Hier hat man mit Dr. Dr. Thomas Rusche einen ehrwürdigen Preisträger gefunden. Der Festabend mit Showeinlagen wurde von den Gästen als sehr gelungen empfunden.

Zur heiligen Messe am Sonntag in St. Martinus kamen rund 200 KKVerinnen und KKVer. Zelebrant war Weihbischof Dr. Domenikus Schwaderlapp aus Köln. Der Fahnenumzug zum Kaarster Rathaus, wie die ganzen Tage bei bestem Wetter, und die anschließende Festliche Stunde des Verbandes, Festredner war der Nordrhein-Westfälische Finanzminister Lutz Lienenkämper, wurden von den Gästen nochmal als besondere Höhepunkte angesehen, bevor die Nationalhymne und die „Ode an die Freude“ den Verbandstag beendeten.
Für Ihre Arbeit zum guten Gelingen des 90. Bundesverbandstages in Kaarst sei an dieser Stelle allen Beteiligten, dem Vorstand, den Mitarbeitern und insbesondere den Kaarstern gedankt.
Übrigens: Der 91. Bundesverbandstag findet in Koblenz statt. Der Koblenzer Ortsvorsitzende, Michael Hörter, lud die KKVerinnen und KKVer 2021 an den Mittelrhein ein.

Quelle: Vorstandsnachrichten im Juni 2019; Essen, 19.06.2019
Der Bundesvorstand

Einladung zum Samstagsforum

am Samstag, 14. September 2019 um 10.00 Uhr
im Gustav-Struckmann-Saal des Hildesheimer Rathauses, Markt 1

Himmel 4.0

Sicher sind Sie bereits in irgendeinem Zeitungs- oder Fernsehbericht auf den Begriff „Industrie 4.0“ oder „Arbeit 4.0“ gestoßen und haben sich vielleicht gefragt, was sich dahinter verbirgt.
Der Wortbegriff taucht erstmals anlässlich der Hannover-Messe 2011 in der Öffentlichkeit auf und geht zurück auf eine Arbeitsgruppe, die sich mit wirtschaftlichem Wachstum in der Zukunft und entsprechenden Veränderungen in der Arbeitswelt beschäftigt. Die Bezeichnung 4.0 stellt als 4. industrielle Revolution Beziehung her zu den vorausgegangenen drei „Revolutionen“ in der Industrie (1. Mechanisierung durch Nutzung von Dampf- und Wasserkraft; 2. Massenfertigung mittels Fließbandes und elektrischer Energie; 3. digitale Revolution durch Einsatz von Elektronik und IT zur Automatisierung der Produktion).
4.0 strebt nun eine Effizienzsteigerung und Produktionsbeschleunigung an durch eine vermehrte Vernetzung und Digitalisierung, d.h. intelligente Maschinen und Computer-gesteuerte Systeme erledigen selbständig arbeiten. Doch wo bleibt der Mensch dabei? Wird er womöglich arbeitslos? Ersetzt von Computern und Maschinen?
Der KKV hat zu diesem Themenkomplex den Wirtschaftsjournalisten und Zukunftsforscher Erik Händeler eingeladen, denn er teilt diese Ängste nicht. Er ist der Meinung, dass der Mensch seine Aufgabe künftig mehr auf der Planungs- und Organisationsebene findet. Wegen der immensen Wissensflut ist er aber immer mehr auf die Zusammenarbeit und das Wissen anderer angewiesen, Kooperationsfähigkeit und Teamgeist sind zunehmend gefragt. Solche Eigenschaften legt uns auch die Bibel nahe, deshalb überschreibt Händeler seinen Vortrag: „Himmel 4.0 – von der begründeten Hoffnung auf das Evangelium in der digitalen Wissensgesellschaft.“
Machen Sie sich selbst ein Bild und hören Sie Erik Händeler am Samstag, 14.09.2019 um 10.00 Uhr im Gustav-Struckmann-Saal des Hildesheimer Rathauses, Markt 1.
Alle KKVerinnen und KKVer und Interessierte sind herzlich eingeladen!
Im Anschluss an die Veranstaltung reichen wir einen kleinen Imbiss, daher wäre es freundlich, wenn Sie sich bei Vb Thomas Michalski anmelden würden: Thomas_Michalski@t-online.de

Wir freuen uns auf Sie!

Einladung zur Weinprobe

am Freitag, 27.09.2019 um 18.00 Uhr im cooks & wines GmbH, Vinothek, Osterstraße 41-44,
31134 Hildesheim.
Parkplatz hinter dem Haus.
Wein, Wasser und Imbiss für 20,00 € p.P.
Vb Günter Halex erläutert die Weine
Anmeldeschluss 20.09.201
Anmeldungen bei Vb Heinz Grande oder Vb Karl Klodwig
Ansprechpartner und Organisatoren: Vb Thomas Adamski, Vb Günter Halex, Vb Matthias Mehler