KKV-Aktuell, Ausgabe 2-2020


Foto: Barbara Neveu

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„Helau!“ und „Alaaf!“ – es ist Karneval!

Wenn die Narren in der fünften Jahreszeit fröhlich „Helau“ rufen, meinen sie eigentlich das angestaubte Adverb „Hellauf“ aus dem 18. Jahrhundert. Zusammengesetzt aus dem Partikel „auf“ und dem Adverb „hell“ bedeutet das Wort so viel wie „hell auflachen“.
Alaaf“ stammt wohl aus dem Kölschen „all af“, was so viel heißt wie „über alles“ oder „alles andere weg“. Im dreifachen Ruf „Kölle alaaf“ bedeutet er so viel wie „Köln über alles“ oder „Alles lobe Köln“. Ursprünglich war er nicht auf den Karneval beschränkt. (Quelle: www.wissen.de)

Ein Norddeutscher wie Theodor Storm (1817 – 1888) dichtete dazu:

O wär im Februar doch auch,
Wie’s ander Orten ist der Brauch
Bei uns die Narrheit zünftig!
Denn wer, so lang das Jahr sich misst,
Nicht einmal herzlich närrisch ist,
Wie wäre der zu andrer Frist
Wohl jemals ganz vernünftig.

Regina Michalski

Vorwort

Liebe KKVerinnen und KKVer,
oder sollte man im Februar doch lieber sagen: Liebe Närrinnen und Narren?

Ich sitz‘ nun hier und weiß nicht weiter,
wie macht man nur im KKV die Menschen heiter.
Doch es ist im Februar so Sitte,
da steht der Karneval in unserer Mitte.
Doch liebe Leute, wir sind von
heute und nicht von gestern.
Die Zeit ist da, und es ist klar:
Wieder einmal ist’s so weit.
Wir haben die fünfte Jahreszeit,
die alles an die Ränder weist,
was sonst sich um die Mitte reißt.
Alles könnt‘ heut‘ anders sein, wenn wir uns wirklich ließen ein,
die Welt in anderem Licht zu sehen
und etwas närrisch anzugehen.
Allein den Narren kann es noch gelingen
den Frost von unseren Seelen fernzuhalten
und die Welt den freudlosen Gewalten
durch unbeschwerten Frohsinn abzuringen.

Darum sag‘ ich auch nicht Alaaf und Helau,
wir sagen hier „Pott – heißa“ im  KKV .
Zur Buße gieß ich sofort ein
viel Wasser in den Fastnachtswein:
Drei tolle Tage, das ist klar,
verändern nicht was immer war.
Doch wenigstens in den tollen Tagen,
sollten wir es schon mal wagen,
wenigstens mal zu probieren,
wie das könnte funktionieren,
wenn Sankt Karneval uns schiebt,
wie er zu tun bisweilen liebt.
Gibt es eine bessere Form,
mit dem Leben fertig zu werden,
als mit Liebe und Humor?

Drum, ihr Leut‘ nehmt es wahr:
Was ist denn das, was in unserer Kirch‘ passiert?
Überall wird umfunktioniert,
Kirchen werden schnell geschlossen,
die Pfarrer sind frustriert und werden abgeschossen,
Gemeindehäuser werden gut verscheuert
und was sonst  noch überteuert,
davon will man sich ganz schnell trennen,
doch wer soll dann noch in die Kirche rennen?

Ach wieso die Haare raufen,
die Kirche tun wir auch verkaufen,
und statt dessen einen Parkplatz bauen.
Das tät was in die Kasse bringen,
soll’n die Leut‘ doch draußen im Walde singen.
Und so erspar’n wir uns so manche Predigt,
und hätten das Strukturproblem erledigt.
Doch wer will’s so weit kommen lassen?
Lasst uns doch das Problem anfassen,
wie Christen – Vorbild werden für die Welt,
ohne, dass wir dauernd schaun aufs Geld.
So lassen wir uns den Mut nicht rauben
und tun weiter an den Herrgott glauben.

Darum, ihr Christen allzumal:
Trotz weiter sinkender Moral,
trotz manchem widrigen Skandal
auch wenn die Zeit bisweilen schal
feiern wir Sankt Karneval,
der wieder steigt zu uns hernieder,
heiter, fröhlich, gar nicht bieder
und der uns wieder will verführen,
es wenigstens mal zu probieren
in so manchen Augenblicken,
einfach andersrum zu ticken.
Einfach mal den Kopf abschalten,
im Notfall auch die Hände falten,
nicht nur auf den Füßen gehen,
sondern auf dem Kopf rumstehen.
Nicht in Reih‘ und Glied marschieren,
alle Ordnung boykottieren.
Das ist selbst beim Narrenspiel
nämlich munter, fast zu viel.
Die Welt wird auf den Kopf gestellt,
weil jeder auf die Füße fällt.
Die Kleinen sollen Große sein,
die draußen stehn, die solln herein.
Die groß sein wollen, werden angezählt
und für drei Tage abgewählt.

Wie man‘s auch liest ist einerlei:
Klar ist, für Kleine nimmt Gott hier Partei.
Bei alledem, wir bleiben hier als Christ am Ort
und hören auf Gottes gutes Wort,
das uns zu neuen Taten drängt,
und unseren Sinn zum Himmel lenkt.
Gott geb uns dazu seinen Segen
zu diesen und zu allen Wegen.

Mit närrischen Grüßen und Kreuzschiff voraus
Karl Klodwig

Krippenfahrt 2020 des KKV Diözesanverbands nach Werl und Liesborn

Am 11.01.2020 machten sich 44 KKVerinnen, KKVer und Gäste mit Vb Heinz Bertram auf den Weg ins Westfälische. Dort haben wir drei Krippen in Werl und Liesborn besucht.

Weiteres dazu auf der Seite Aktuelles aus dem Diözesanverband

Die KKV Ortsgemeinschaft Hildesheim unterstützt
die Initiative Maria 2.0

Maria 2.0 ist eine Initiative von Frauen, die im Bistum Münster startete und inzwischen in vielen Bistümern vertreten ist. Immer mehr Frauen – und natürlich auch Männer – machen mit. Ziel ist, dass Frauen in der katholischen Kirche eine angemessene Beteiligung und Wertschätzung erfahren. Frauen leisten in der katholischen Kirche in unendlich vielen Feldern wertvolle Arbeit – hauptamtlich und vor allem ehrenamtlich! Ohne sie würde das kirchliche Leben nicht nur ärmer, sondern in weiten Bereichen völlig zusammenbrechen. Aber die Macht in der katholischen Kirche liegt bei einem geschlossenen Kreis alter, unverheirateter Männer. Die katholische Kirche muss sich erneuern und im Geiste des Evangeliums auf die Zukunft ausrichten. Dabei kann man nicht einfach die Hälfte der Gläubigen ausschließen und die speziellen Kompetenzen, Erfahrungen und die Empathie der Frauen ignorieren.
Die Unterstützer von Maria 2.0 sind nicht irgendwelche „Kirchenkritiker“, sondern ganz überwiegend Menschen aus dem inneren Kern der katholischen Gemeinden, denen die Kirche wichtig ist und die sich deshalb intensiv engagieren. Inzwischen nehmen sogar einige Bischöfe Maria 2.0 sehr ernst und suchen ein konstruktives Gespräch.

Maria 2.0 hat vier Forderungen formuliert
Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche
Aufhebung des Pflichtzölibats
Anpassung der kirchlichen Sexualmoral an die Lebenswirklichkeit der Menschen
Anerkennung der Zuständigkeit von staatlichen Gerichten bei jeglichen Missbrauchsdelikten und uneingeschränkte Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden.

Einige Kritiker sagen, diese Forderungen sind überzogen und unrealistisch. Das Gegenteil ist der Fall! Für eine Erneuerung der Kirche müssen die kritischen Punkte ehrlich und klar angesprochen – und konstruktiv diskutiert werden. Genau darum geht es hier!
Nach dem Evangelium waren Frauen die ersten Zeugen der Auferstehung – immerhin der Kern unseres Glaubens. Jesus hat Petrus, einen verheirateten Mann, als ersten Leiter der Kirche berufen. (Natürlich wurde diese Fehlentscheidung von Jesus von Nazareth in späteren Jahrhunderten von der Amtskirche korrigiert!) Die restriktive und weltfremde Sexualmoral der katholischen Kirche wird seit Jahrzehnten auch von überzeugten Katholiken immer weniger akzeptiert. Sie hat die Glaubwürdigkeit der Kirche massiv untergraben. Der Missbrauchsskandal war dann nur noch ein makabrer Höhepunkt.
Wem der Glaube und die katholische Kirche noch wichtig sind, kann also dem Streit mit den Konservativen und den Rückwärtsgewandten in der Amtskirche nicht aus dem Wege gehen.
Die Initiative Maria 2.0 im Bistum Hildesheim plant dazu eine originelle Aktion (vgl. auch die Rückseite dieses Hefts):
Am 22. Februar um „5 nach 12“ gibt es einen Demonstrationszug vom Marktplatz zum Bischofshaus. Unter dem Titel
„Reisesegen“ werden dem Bischof noch einmal die Forderungen von Maria 2.0 übergeben, denn am folgenden Tag fährt Bischof Heiner zur Deutschen Bischofskonferenz. Die Demo richtet sich nicht gegen den Bischof, sondern soll ihm in den schwierigen Gesprächen mit seinen Bischofskollegen den Rücken stärken. Der Bischof hat nicht nur seine Teilnahme am „Reisesegen“ zugesagt, sondern kurz vorher in einem Interview formuliert: „Die Kirche der Zukunft wird deutlich partizipativer und weiblicher sein“.
Die KKV OG Hildesheim unterstützt Maria 2.0 und die Aktion Reisesegen ausdrücklich! Alle KKVer/innen sind eingeladen, sich daran zu beteiligen: Durch Weitergabe der Information, durch Unterzeichnung der Solidaritätserklärung auf der Webseite von Maria 2.0, durch das Gebet für die Erneuerung der Kirche oder durch persönliche Teilnahme an der Demo.

Thomas Michalski
Vorsitzender KKV OG Hildesheim

Einladung zum KKV – Fastenessen

am Samstag, 29.02.2020 um 17.00 Uhr

Wir treffen uns am Samstag in der Alten Sakristei der Hl. Kreuz-Kirche und feiern Gottesdienst mit Prälat Heinrich Günther, unserem Geistl. Beirat. Anschließend gehen wir zum Fisch-Restaurant Seestern, Am Ratsbauhof 9.
Für die Teilnehmer*innen ist wie in den Vorjahren ein Matjesteller für ca. 13 € vorbestellt worden. Es kann aber auch was anderes gegessen werden. Da der Seestern nur für uns um 18.00 Uhr öffnet, bitten wir um Anmeldungen bis zum 24.02.2020 bei Vb Heinz Grande oder VB Karl Klodwig.
Im Lauf der Geschichte des Christentums haben sich die Regeln und Verbote zur Fastenzeit immer wieder geändert. So legte Papst Gregor I. im Jahr 590 fest, dass in der Fastenzeit vor Ostern der Verzehr von warmblütigen Tieren verboten ist. Auch andere tierische Produkte wie Eier, Milch, Butter und Käse sowie Alkohol standen auf der Verbotsliste. Außerdem war nur eine Mahlzeit am Tag erlaubt. Diese Fastenregeln hatten über mehrere Jahrhunderte Bestand, bis sie Mitte des 16. Jahrhunderts von Papst Julius III. gelockert wurden und nur noch auf Fleisch verzichtet werden sollte. Fisch, Mehlspeisen und viel vegetarische Kost standen fortan auf den Speisezetteln.
Während des Mittelalters ging es hauptsächlich um die Erfüllung von Fastengesetzen bzw. deren Abmilderung. Bis ins 19. Jh. durften nur an 220 von 365 Tagen Fleischspeisen genossen werden. Ab 1960 etwa wurden Fastengesetze stark gelockert. Nur Aschermittwoch und Karfreitag sind als verpflichtende Fastentage geblieben, allerdings sind eine einmalige Sättigung und eine kleine Stärkung morgens und abends zulässig.
Außerdem soll – nicht nur in der Fastenzeit – an Andere gedacht werden und so sammelt der KKV bei Kollekten in den Jahren 2020/2021 für den Sozialdienst katholischer Frauen, SkF. Über seine Arbeit berichtete vor knapp drei Wochen Frau Andrea Franke, Geschäftsführerin des SkF.