KKV-Aktuell, Ausgabe 4-2020

Was hat der Hase mit Ostern zu tun?

Seit rund 300 Jahren hoppelt der Hase durch Oster-Geschichten. Allerorts kann man bereits vor Aschermittwoch die bunten Osterhasen kaufen – aus Schokolade, Marzipan oder Gelee.

Wie ist es dazu gekommen?
Die Heilige Woche – oder Karwoche genannt – und das Osterfest stehen unmittelbar vor der Tür. Jeder Christ weiß, dass wir zu Ostern die Auferstehung Jesu feiern.
Und was hat das mit dem Osterhasen zu tun? Besonders verbreitet ist diese Erklärung:
Im Ei beginnt Leben und der Hase ist ein Meister im Kinderkriegen. Daher gelten Hasen und Eier als Symbole für das Leben. Beide passen also perfekt zu Ostern, denn Ostern ist für Christen ein Fest für das Leben, das Gott den Menschen schenkt.

Wie kommt nun der Osterhase ins Fest? Aufgrund seiner Fruchtbarkeit konnte man dieses Tier mit dem Ei in Verbindung bringen. Dem Hasen wurde außerdem nachgesagt, er schlafe nicht, weil er keine Augenlider hat. Das wiederum interpretierte man auf Jesus Christus hin, der im Tod nicht entschlafen ist.
Der Osterhase wurde zunächst unter Protestanten populär, von Katholiken wurde er kritisch beäugt. Richtig gefördert wurde der Osterhase im 19. Jahrhundert durch die Süßwarenindustrie, die das Fest-Tier als lukratives Geschäft entdeckte. Damit hatte man dann konfessionsübergreifend Erfolg und die Religion spielte keine Rolle mehr.

Und ein Dichter reimt dazu:
Die Sophisten und die Pfaffen
stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen
wohl die Henne, wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward das Ei erdacht,
doch, weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat’s der Has’ gebracht.
            Eduard Mörike (1804-1875)

Regina Michalski

Vorwort

Liebe KKVerinnen und KKVer!

2020, Jahr der Herausforderungen – ein Rundumschlag
2020 wird entscheidende Weichenstellungen für die künftige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Europas und Deutschlands bringen.

Internationale Herausforderungen
Brexit, die krisenhafte Stimmung im Iran, der Handelskrieg zwischen den USA und China, die weiter bestehenden Zolldrohungen der USA gegenüber der EU sind nur ein bekannterer Teil der Herausforderungen.
Mit dem sog. „Green Deal“ könnte der EU-Kommission im Gegenzug ein guter Start in das neue Jahrzehnt gelingen. Mit Investitionen in grüne Technologien und nachhaltigen Lösungen wäre er eventuell als Europas neue Wachstumsstrategie nutzbar, sofern die Finanzausstattung der EU das zusätzlich zulässt.
Das Potential von regenerativer beziehungsweise klimafreundlicher Technologie ist jedenfalls enorm. Die Deutschen haben die Energiewende erfunden, aber andere haben uns (wie üblich) überholt. Japan als Inselstaat will z.B. unabhängig von Energieimporten werden und fördert auch deshalb seit Jahren radikal die Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff. In Südostasien liegt dezentrale Stromerzeugung durch Wind und Sonne voll im Trend. 61 Prozent aller neuen Anlagen sind 2019 dort gebaut worden. Sie machen so entlegenste Landstriche für Tourismus und Landwirtschaft nutzbar.
Europa hat jetzt die Chance, diese positiven Entwicklungen mitzugestalten und entscheidend daran teilzuhaben. Wir müssen deshalb unsere Partnerschaften in Afrika und Asien weiter vertiefen und zugleich zügig das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Staaten endgültig unter Dach und Fach bringen. Für Europa ist es strategisch von besonderer Bedeutung, den Fokus nicht einzig auf China und die USA zu legen.
Wir müssen mit China und den USA wieder auf Augenhöhe sprechen. Das Gewicht dafür bringt die EU auf die Waage. 500 Millionen Europäer stehen 300 Millionen Amerikanern gegenüber, wirtschaftlich sind wir stärker als eine Milliarde Chinesen. Entscheidend dafür ist aber, endlich wieder mit einer Stimme zu sprechen.
Das ist für Deutschland und Niedersachsen von besonderer Bedeutung. Wir sind eine Exportnation. In Niedersachsen sind die Schlüsselindustrien wie der Automobilbau, der Maschinenbau und die Chemie davon abhängig, was international geschieht.

Nationale Herausforderungen
Mit der Sozialen Marktwirtschaft verfügen wir in Deutschland über eine hervorragende Wirtschaftsordnung. Die Wirtschaft muss sich möglichst frei von staatlichem Einfluss entwickeln können. Zugleich ist die Wirtschaft Diener des Menschen und nicht umgekehrt.
Der Erfolg gibt uns bis heute Recht:
Niemals zuvor haben so viele Menschen in die Sozialversicherung eingezahlt.
Unser Bruttoinlandsprodukt ist zwischen 1950 und 2019, also in 69 Jahren, um das 69fache angewachsen – im Schnitt 6 Prozent im Jahr.
Die dritte Generation in Folge wächst in einem demokratisch organisierten und umfassenden Wohlstand auf. Keiner Generation zuvor ging es jemals besser.
Der Erfolg hat uns aber auch behäbig werden lassen. Wir sind dabei unsere Stellung als Exportnation Nr. 1 und führende Wirtschaftsmacht dauerhaft zu verlieren.

Wir kommen beim Ausbau der Infrastruktur viel zu langsam voran.
Zentrales Thema ist die Planungsbeschleunigung. Der Ersatz und der Ausbau von notwendiger Infrastruktur ist heute ein Generationenprojekt. Die Enkelkinder fahren auf den Straßen, die von den Großeltern geplant und von den Eltern gebaut wurden.

Geld ist genug da, es wird nur nicht schnell genug verbaut. Jedes Jahr fließen einige Milliarden zurück in den Haushalt, weil die Mittel nicht gebunden werden konnten. Deshalb ist es auch nicht überall geboten, die Mittel aufzustocken. Besser ist es schneller zu planen und zu genehmigen.

Die Planfeststellungsverfahren sind mit Beteiligungsrechten jeder Art überfrachtet. Das hat sie immer komplexer gemacht und den Rechtsweg als Verhinderungsinstrument ermöglicht.

Gut ausgebildete und ausreichend verfügbare Fachkräfte sind für die Wirtschaft mittlerweile ein Hauptkriterium. Betriebe lehnen Aufträge bereits mangels Personals ab.

Das Jahr 2020 wird absehbar das letzte Jahr mit wachsendem Erwerbspersonenpotential sein. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird rechnerisch ab 2021 um mehr als 300.000 Personen jährlich schrumpfen. Schon heute fehlen uns ca. 400.000 Fachkräfte. Wir werden verstärkt im Arbeitslosenbereich „fordern“ müssen.
Zudem bietet das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ab dem 1. März notwendige Erleichterungen bei den Anerkennungen. Hier kommen Personen, die wir brauchen und selbst ausgesucht haben. Im letzten Jahr ging es insgesamt nur um 6.800 Anerkennungen. Deutschlands Attraktivität für Ingenieure und IT-Experten hat im Weltmaßstab nachgelassen. Ein gutes Leben mit hohem Gehalt ist mittlerweile beinahe überall auf der Welt möglich.

Viel wichtiger ist daneben, welche Grenzen der Kreativität gesetzt werden. Deutschland ist hochgradig innovativ, aber über Prototypen kommen wir häufig nicht hinaus. Marktreife erhalten Innovationen aufgrund diverser bürokratischer Hemmnisse anderswo. Das ist für diejenigen, die kreativ und erfolgreich sein wollen, kein attraktives Umfeld.

Auch deshalb liegt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe im Bürokratieabbau.
Regeln sind nicht per se Teufelszeug. Sie organisieren unser Zusammenleben. Viele Normen ergeben auch für den Laien auf den ersten Blick Sinn.
Beim Bürokratieabbau kommt es daher darauf an, zu prüfen, ob
der Sinn noch trägt und wer davon in welchem Maße betroffen ist.

Dringend geboten ist eine Unternehmenssteuerreform. Die Belastung unserer Unternehmen ist international kaum mehr wettbewerbsfähig. Der Steuersatz ist und bleibt – gerade für die Ansiedlung neuer Unternehmen – eine extrem relevante Größe. Deutschland landet im Steuervergleich von 33 Industrieländern auf Platz 30. Der Gesamtsteuersatz müsste auf etwa 25 Prozent gesenkt werden, um weltweit mithalten zu können. Zumindest ein erster Schritt könnte sofort durch die komplette Abschaffung des Soli erfolgen, der vor allem weiter die mittelständischen Unternehmen drückt.

Auch der Bereich der Energiekosten muss angefasst werden. Wir haben die höchsten Strompreise in ganz Europa. Das ist nicht zu vertreten und im internationalen Vergleich ein echter Wettbewerbsnachteil.
Durchschnittlich steigen im ersten Quartal dieses Jahres die Preise auch für die privaten Haushalte z.B. um 8,1 Prozent. Für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeute der weitere Mehrkosten von rund 100 Euro pro Jahr.

Klimaschutz kann klassische Wirtschaftspolitik sein. Die Energiewende geht nur mit der Wirtschaft nicht gegen sie.
Die Sicherung einer kostengünstigen und klimafreundlichen Energieversorgung ist wirtschafts- und gesellschaftspolitisch eines der größten Herausforderungen der kommenden Jahre. In Niedersachsen haben wir das Potential dazu. Windenergie, Biomasse- und Solaranlagen decken rund 60 Prozent des Stromverbrauchs im Land. An der Küste bietet sich die Chance, Windenergie in grünen Wasserstoff zu verwandeln. Auch deshalb brauchen wir einen tragfähigen Ausbaupfad für die Windenergie – wobei die Zukunft nicht im weiteren Verspageln der Landschaft, sondern eher im Bereich offshore liegen sollte.
Verschenken oder sogar kostenpflichtig abgeben dürfen wir die Energie jedenfalls nicht mehr. Speichermedien und ausreichende Leitungen sind wichtigste Voraussetzungen.
Es bleibt aber bei dem alten Grundsatz: Industrie folgt Energie. Für den Norden ist das eine Chance, besser gegen die starken süddeutschen Länder zu bestehen.

III. Innovationen als Treiber einer guten Entwicklung
Vom Innovationswettbewerb haben wir in Deutschland immer profitiert. Doch mittlerweile kommen die großen Ideen selten aus Deutschland. Und wenn, werden sie anderswo auf der Welt getestet und umgesetzt.

Deutschland muss aber ein Industriestandort bleiben. Industrie sorgt für Wertschöpfung, qualifizierte Arbeit und Wohlstand. Dafür sind Innovationen zwingend.
Massenproduktionen einfacher Produkte können andere entschieden billiger. Der Weltmarkt sucht aber z.B. immer mehr nach ressourcenschonenden Produkten.
Das gleiche gilt für Mobilität. Die jüngere Generation ist nicht mehr hauptsächlich an Autos sondern an Mobilität interessiert. Sie wollen von A nach B; schnell, komfortabel und klimaschonend.
Sie bevorzugt Moia, Carsharing, und wünscht sich autonomes Fahren, Autos mit Batterieantrieb, Wasserstoff oder synthetischem Kraftstoff.
Eins muss das Auto aber künftig auf jeden Fall sein: ein Computer auf vier Rädern.

Die Digitalisierung wird unsere Gesellschaft ein Stück weit verändern.
Wir müssen einiges nachholen, denn die Zyklen werden immer kürzer. Wir waren gewohnt, dass sich Veränderungen im Takt der Generationen vollziehen. Erst im September 1998 ist Google an den Start gegangen, heute sind Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft nicht mehr wegzudenken.
Es ist bereits möglich, dass Super- und Quantencomputer unsere Verkehrsströme effizient und ressourcenschonend lenken. Toyota baut dafür in Japan eine ganze Stadt auf. In der „Woven City“ werden 2.000 Menschen leben, die unter realen Bedingungen autonomes Fahren und neue Antriebstechnologien testen.
Tesla baut am Hyperloop, um Menschen innerhalb kürzester Zeit über weite Entfernungen zu transportieren. Für Deutschland hat Tesla eine Ringlinie vorgeschlagen, die unter anderem Hamburg, Berlin, Leipzig, München und Düsseldorf miteinander verbinden soll.
Über Lufttaxen hat ganz Deutschland in der „Heute Show“ gelacht. Mittlerweile haben Start Ups und auch große Unternehmen wie Airbus erste Prototypen entwickelt.
Wie man sieht, viele Themen, auch für den KKV!

Christian Berndt

Der Autor leitet die strategische Ressortplanung im Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung

Demo von Maria 2.0 am 22.02.2020:
ernsthaft und engagiert – aber auch freundlich und fröhlich

Am 22. Februar demonstrierte die Initiative Maria 2.0 unterstützt durch viele katholische Institutionen und Verbände (vom Diözesanrat der Laien bis zum KKV) für Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche und spendete unserem Bischof einen „Reisesegen“ für seinen Weg zur Bischofskonferenz und die weiteren Treffen des Synodalen Weges.
Die HAZ und die Kirchenzeitung haben ausführlich berichtet, sogar im NDR-Fernsehen gab es einen Beitrag. Deshalb hier nur kurz ein persönlicher Eindruck:
„Maria 2.0“ und die Unterstützer haben in den Ansprachen und mit kreativen Plakaten die Erwartungen und Forderungen gegenüber der katholischen Kirche und an unseren Bischof klar und deutlich formuliert. Gleichzeitig haben sie genauso eindeutig betont, dass sie dem Bischof großes Vertrauen entgegenbringen und ihn unterstützen!
Bischof Heiner Wilmer hat sorgfältig zugehört und die gemeinsame Sorge und das gemeinsame Engagement für die Weiterentwicklung der Kirche anerkannt.
Seine eigene Position brachte er unmissverständlich auf den Punkt:
Ein „Weiter so“ wäre für ihn ein „Verrat am Evangelium“!
Für mich – und sicher für viele Beteiligte – war diese ernsthafte, aber freundliche und auch fröhliche Veranstaltung ein positives Signal für einen Dialog zwischen „Kirchenführung“ und „Kirchenvolk“.

Bericht + Foto: Thomas Michalski

Frauen in der Kirche

Die katholische Kirche leidet unter einem extremen Klerikermangel, trotzdem ist eine Hälfte ihrer Gläubigen faktisch mit einem Berufsverbot belegt – Frauen dürfen nicht Priester werden.
Das kirchliche Recht formuliert zwar die Gleichheit aller Gläubigen, gliedert sie dann aber – kraft göttlichen Rechts – in Kleriker und Laien, und Kleriker kann man nur als Mann werden – Punkt!
Warum ist das so?
In Jesu Jüngerschar gab es Frauen, jedoch gab es in frühen Gemeinden noch keine Hierarchie, mit Priestern, Weihen und Sukzession. Früheste Gemeindefunktionen waren Älteste und Diakone – darunter selbstverständlich auch Frauen.
Mit Schaffung weiterer Ämter begann ein Verdrängungsprozess der Frauen, es ging wohl um Macht, aber bis ins Mittelalter gab es einflussreiche Frauen in der Kirche (z.B. Äbtissinnen), die zwar mächtig waren, aber schon keine Weihebefugnisse mehr hatten.
Heute ist festzustellen, dass es keine Frauen mehr in höchsten geistlichen Ämtern der Kirche gibt – wohl in stiller Übereinkunft der dominanteren Männer.
Die Kirche würde aber wohl gar nicht mehr funktionieren, wenn Frauen ihre Arbeit in den Gemeinden tatsächlich einstellen würden, das tun sie – dem Herrn und den Frauen sei Dank –
hoffentlich nicht.
Doch es gärt unter den weiblichen und einigen männlichen Gläubigen.
Die Bewegung Maria 2.0 ist ein deutliches Zeichen dafür.
Vielleicht deuten ja die Ergebnisse der „Amazonas-Synode“ einen ersten Schritt zur Lösung an, wenn es dort in einigen Papieren u.a. heißt … es könnten neue Leitungsämter in der Kirche explizit für Frauen geöffnet werden, Frauen sollten Teil der „Regierung“ der Kirche sein …
Es gibt also schon ein kleines Licht am Horizont, auch wenn es nach der letzten päpstlichen Verlautbarung wieder sehr stark flackert.

Manfred Pfahl

Bericht KKV am Nachmittag

Unter dem Thema: Tipps zum Schutz vor Betrügern hatten wir zum KKV am Nachmittag Herrn Kriminaloberrat a.D. Erhard Paasch als Referenten zu Gast, der heute ehrenamtlich im Präventionsrat der Stadt Hildesheim für die Arbeitsgruppe 55plus Sicherheit arbeitet.
Die Teilnehmer der Veranstaltung haben dabei interessante und aufschlussreiche Einblicke in die vielfältigen Fallstricke von Betrügereien bekommen. Der Referent hat es verstanden, die Teilnehmer in seine Ausführungen mit einzubinden und zur Diskussion anzuregen. Da ging es um Gefahren an der Haustür, am Telefon, im Internet, unterwegs und auch in der Pflege. Herr Paasch warnte auch vor falschen Handwerkern und vermehrt auftretendem Betrug durch falsche Polizisten.
Wichtig waren vor allem die Hinweise auf die vielen Hilfsmittel, die die Polizei zur Aufklärung und Prävention anbietet. Die Broschüren der Polizei kann man dort kostenlos erwerben. Man kann sich auch in jedem Fall an die Polizei in Hildesheim unter der Telefon-Nr. 05121/939-0 wenden oder auch eine kostenlose Beratung der Polizei unter Telefon-Nr. 05121/939-108 anfordern.

Karl Klodwig