KKV-Aktuell, Ausgabe 9-2021

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Die Sonnenblumen blühen vorwiegend von August bis Oktober und haben eine besondere Eigenschaft (Heliotropismus): sie richten sich zur Sonne hin aus und schwenken dabei im Tagesverlauf von Ost nach West. … Dazu gehört auch, dass sich die Sonnenblumen in den Nachtstunden wieder zurückdrehen, um am Morgen erneut nach Osten zu blicken.
Die Sonnenblume zählt zu den ersten Pflanzen, die in Amerika von den Indianern kultiviert wurden. Die Indianer haben die Samen vermutlich schon vor hunderten Jahren als Nahrungsmittel verwendet. Sie schätzten nicht nur ihre Samen, sondern auch den Rest der Pflanze für unterschiedlichste Zwecke.
Erst im 16.Jahrhundert wurde die Sonnenblume von den Spaniern als Zierpflanze in Europa eingeführt. Die Kerne finden in Europa seit dem 17. Jahrhundert Verwendung, geröstet als Ersatz für Kaffee oder Trinkschokolade. Als Ölpflanze (Sonnenblumenöl) wird die Sonnenblume überraschenderweise erst seit dem 19. Jahrhundert genutzt. Inzwischen hat sie sich auf der ganzen Welt verbreitet und wird auf Sonnenblumenfeldern angebaut.
Wer denkt, dass Sonnenblumenkerne nur Vogelfutter seien, täuscht sich! Die Kerne enthalten viel Eiweiß (21 g pro 100 g), aber auch viel Fett und sind damit sehr energiereich (551 kcal pro 100 g). Heute findet man die geschälten Kerne u.a. in Backwaren und Müsliriegeln.
Aus der Malerei sind die Gemälde Sonnenblume in einer Vase von Vincent van Gogh bekannt.

Genießen wir den Spätsommer oder Frühherbst
Regina Michalski

Enkelkinder, auch mit Gott befreundet?

Liebe KKV er,- innen,

An diesem 25.Juli wurde zum ersten Mal der von Papst Franziskus eingerichtete Welttag der Großeltern und älteren Menschen in der Kirche begangen. Franziskus sieht in der besonderen, freundschaftlichen Verbindung von Großeltern zur jungen Generation eine wichtige Rolle zur Weitergabe des Glaubens. Dabei kommt dem Vorbild, dem gelebten Leben gerade im religiösen Bereich große Bedeutung zu. Nicht die Lehre ist in erster Linie für den Umgang mit Kindern wichtig, sondern das eigene Beispiel und die liebevolle Begleitung in einer zugewandten Atmosphäre.
Großeltern können so zu Ankerpunkten des „basic trust“, des kindlichen Grundvertrauens werden. Wenn ich an das jüngste Mitglied (8 Monate) in meiner Familie denke, kann ich es nur bestätigen: Urvertrauen.
Für Kinder gehört Freundschaft zu den tiefsten Sehnsüchten. Das zeigt sich gerade in der Corona-Krise mit ihren Belastungen in der Familie und mit den Einschränkungen der Sozialkontakte, die gerade für die Jüngsten gravierend sind. Das Evangelium bringt aber auch Gott ins Spiel und will vor überhöhten Anforderungen schützen, wenn Jesus im Johannesevangelium sagt: „Ich habe euch Freunde genannt, denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15,15)
Freunde, also in diesem Fall Eltern und Großeltern, können und müssen nicht perfekt sein, nicht immer alles richtig machen, sich nicht für alles verantwortlich fühlen. Mit solcher Erkenntnis können sie dann viel aufmerksamer auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen und damit auch Abschied vom Wunschbild des perfekten Kindes nehmen, Fehler zulassen, und das eigene Kind nicht mit anderen vergleichen. In so gelebter Liebe zum Kind kann sich in der Familie entfalten, was Paulus im Römerbrief schreibt: „denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft, ….., sondern den Geist der Kindschaft empfangen.“ (Röm 8, 15).
Aufgrund ihres Alters und ihrer Lebenserfahrung zur Ruhe gekommen, sind Großeltern ideale Partner für ihre Enkel: sie bringen immens viel Geduld auf, verfügen über anhaltend zweckfreie Zeit, können zuhören, wenn Kinder von ihren Erlebnissen berichten möchten, oder wenn kindlicher Kummer eines tröstenden Wortes bedarf. Großeltern schenken so Geborgenheit, haben oft das „richtige Gespür“, wissen Rat und helfen weiter. Zum anderen geben Kinder den Älteren unbewusst etwas Wichtiges zurück. Großeltern erfahren in ihrem Alter neuen Sinn, Freude und echte Bereicherung ihres Lebens durch ihre Enkel. Eine glaubhafte Gegenliebe, die zu einem Glück führt, dessen Schlüssel letztlich die Dankbarkeit ist.

Herzlich, Ihr
Heiner Flohr