KKV-Aktuell, Ausgabe 5-2022


Foto: Thomas Michalski

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Die Statue des Hl. Godehard steht in der Basilika St. Godehard.
Der hl. Godehard oder Gotthard von Hildesheim wurde 960 in Reichersdorf bei Niederalteich, Niederbayern, geboren und starb am 5. Mai 1038 in Hildesheim. Er war Bischof von Hildesheim und gehörte zu den bedeutenden Heiligen des Mittelalters, er ist Namenspatron von Hildesheim.
In diesem Jahr 2022 feiert das Bistum Hildesheim das Godehardjahr. Anlass ist der tausendste Jahrestag der Berufung Godehards zum Bischof von Hildesheim im Jahr 1022 durch Kaiser Heinrich II. Godehard war der Nachfolger von Bischof Bernward.
Das Motto des Godehard-Jahres lautet: Glauben geht. GO
Am Namenstag, den sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche am 5. Mai feiert, wird das Godehardjahr in Hildesheim offiziell eröffnet:
Donnerstag, 05.05.2022 um 18.00 Uhr in Hildesheim
mit drei zeitgleichen Eröffnungsgottesdiensten in drei Hildesheimer Kirchen:
im Mariendom, in der Basilika St. Godehard und im Kloster Marienrode.

Regina Michalski

Vorwort

Liebe KKVerinnen und KKVer!

Grüß Gott du schöner Maien,
da bist du wiedrum hier,
tust jung und alt erfreuen
mit deiner Blumen Zier.
[Anfang eines Volksliedes (16. Jh.)]

Endlich können wir wieder aufatmen. Die Pandemie bedrückt uns nicht mehr so sehr. Wir können mehr draußen sein und freuen uns über die ersten Frühlingsblumen. Die Eisheiligen bringen oft in der Mitte des Monats noch ein paar kalte Nächte, aber dann entdeckt man in den Gärten schon Menschen, die pflanzen und säen. Die ersten Bäume und Sträucher schlagen aus. Das frische Grün erfreut das Herz.
Deshalb haben unsere Vorfahren sicher diesen Monat der Gottesmutter geweiht. In meiner Kindheit bekam sie in den Kirchen einen besonderen Platz. Ein üppig mit Blumen geschmückter Maialtar wurde aufgebaut.
Besonders in Krisenzeiten wandten sich die Menschen der Mutter Gottes zu. Sie ist die Mutter des Sohnes Gottes. Niemand ist Gott näher als sie.
In seinem Buch „Frau im Mantel von Licht“ schrieb Dr. Reinhard Lettmann, ehemals Bischof von Münster:
Als Mutter Gottes bleibt Maria Mutter der Menschen. Sie ist Mensch, Mensch unter uns Menschen. Sie ist solidarisch mit uns Menschen. Sie hat offene Augen, offene Ohren und ein offenes Herz für uns.
So ist das Bild der Schutzmantel-Madonna vielfach dargestellt worden. Deshalb singen wir auch:
Maria breit den Mantel aus. Mach Schirm und Schild für uns daraus. Lass uns darunter sicher stehn, bis alle Stürm vorübergehn. …
In der Corona-Pandemie und in den vielen Kriegen und Krisen in aller Welt wenden wir uns Maria zu und bitten um ihre Fürsprache bei Gott.
Im Mai gedenken wir auch unserer eigenen Mütter. Seit langer Zeit fällt in diesen Monat der Muttertag. Kinder malen und basteln, lernen Gedichte, um ihre Mütter zu erfreuen, ihnen zu danken. Viele Lieder und Gedichte erzählen von der Liebe und Sorge der Mütter.
Was mussten sie während der Kriege alles leisten, als Ehemänner und Söhne an der Front waren. Niemand kümmerte sich um die alleinerziehenden Mütter, um ihre Ängste und die Sorge um das tägliche Brot. Wie wurden sie vermisst von den Soldaten.
All das geht mir durch den Kopf, wenn ich an die heutige Zeit denke. Überall wurde gejammert und geklagt über eingeschränkte Freiheiten, weil man keine Veranstaltungen besuchen, sich nicht treffen konnte. Aber ist es gut, wenn alles gelockert wird, obwohl die Inzidenzen rauf und runter gehen? Heute haben wir Telefon, können uns Videos schicken, haben viele Möglichkeiten, uns zu sehen und zu hören. Wir haben doch wirklich reichlich Grund, dankbar zu sein, zumal wir jeden Tag das Elend in der Ukraine miterleben, die vielen Mütter mit kleinen Kindern, die in Kellern und Bunkern hausen. Wir sehen die Flüchtenden, die all ihr Hab und Gut verlassen müssen, um ihr Leben zu retten. Sie müssen Männer und Väter zurücklassen, die ihre Städte verteidigen sollen und wollen.
Da werden unsere Probleme doch ganz klein.
Freuen wir uns über die erwachende Natur und nehmen die reichen Möglichkeiten wahr, die uns bleiben.
Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Mai voll Freude und Zuversicht.

Mit frohen Grüßen
Christa Bertram