
Der Sommer geht. Der Herbst kommt.
Der Übergang vom Sommer zum Herbst ist eine Zeit der Veränderung, die sich sowohl im Kalender als auch in der Natur deutlich bemerkbar macht. In diesem Jahr beginnt der Herbst offiziell zu zwei verschiedenen Zeitpunkten:
Kalendarischer Herbstanfang: Dieser fällt auf den 23. September 2026 um genau 02:05 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt findet die Herbst-Tagundnachtgleiche statt, bei der Tag und Nacht überall auf der Welt fast gleich lang sind.
Meteorologischer Herbstanfang: Für Statistiker und Meteorologen beginnt der Herbst bereits am 1. September, da sie die Jahreszeiten in vollen Kalendermonaten rechnen.
Was verändert sich in der Natur?
Während der Sommer mit malerischen Sonnenuntergängen geht, begrüßt uns der Herbst oft mit nebelgrauen Morgenstunden und bunter werdenden Blättern. Die Natur bereitet sich auf die Ruhephase vor. Mit der Zeit für Äpfel, Kürbisse und Zuckerrüben geht die Erntezeit zu Ende.
Es ist die Zeit für einen Spaziergang in der Natur und das Sammeln der ein oder anderen Kastanie.
Regina Michalski
Vorwort
Liebe Verbandsschwestern und Verbandsbrüder!
Pfarrgarten St. Godehard – „Godehards Garten“
Kennen sie eigentlich das Naturparadies mitten in der Stadt im alten Kloster/Pfarrgarten hinter der St. Godehard Basilika?
Seit einigen Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich im Freundeskreis „Godehards Garten“ für die Pflege und den Erhalt dieser Oase in Hildesheim, den viele, selbst „Alteingesessene“, nicht wirklich kennen. Lassen sie mich den Garten an dieser Stelle vorstellen.
Bis ca. 2013/14 war der alte Pfarrgarten noch ein hinter hohen Mauern streng abgegrenzter Bereich des Pfarrhauses und der Hildesheimer Außenstelle der Benediktiner Dormitio-Abtei in Jerusalem. Mit dem Wegzug der Benediktinermönche 2013 und der Neugründung der kath. Innenstadtgemeinde St. Godehard 2014 gab es erste Veränderungen, die zur schrittweisen Öffnung des Gartens führten. Maßgeblich wurde dies durch eine direkte Anwohnerin des Gartens (Barbara Hermanns) angestoßen, die zunächst vom Prior der Benediktiner, Bruder Thomas, gebeten wurde, das Gelände gärtnerisch unter ihre Fittiche zu nehmen.
Es folgten viele Jahre gärtnerischer Pflege und Umgestaltung. Es wurde bunter, lebendiger. Vögel und Insekten und, und …kamen dazu. Ein Teich wurde angelegt, um eine Tränke für alle zu bilden. Fruchtende Bäume kamen dazu, Zwetschgen, Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Mispeln, Maulbeeren, Quitten, Äpfel, Esskastanien und Walnüsse, denn diese Bäume gehören in einen alten Klostergarten. Ein Kräutergarten nach barockem Vorbild wurde angelegt. Alte Rosen bekamen ihren Platz. Wilde Blumensamen entfalteten sich neben Kulturstauden.
Die Arbeit wurde nicht weniger, Familie und Freunde haben geholfen und für die Grundpflege gesorgt. Irgendwann sucht ein schöner Ort Menschen, die ihn besuchen, sich ausruhen, die Stille genießen und die Natur bewundern. Gemeinsam mit den Gemeindereferentinnen Angelika Röde und Claudia Scholz wurde der Garten zur „offenen Gartenpforte“ geöffnet und an der langen Nacht der Kirchen teilgenommen. Viele fragten, wann sie wieder hineindürften, denn einen Garten möchte man über das ganze Jahr beobachten. Die Idee des „Offenen Gartens“ entstand. Der Garten bekam einen Namen, der einladend sein sollte – „Godehards Garten“. Viele kamen wieder und wollten helfen und lernen, gärtnern, ihre ersten Versuche darin machen, wünschten sich ein eigenes kleines Beet auf Zeit oder wollten einfach nur mithelfen. In Kooperation mit umliegenden Schulen (Augustinus, ALMA, Kita St. Vincenz, u.a.) wurden Schulgarten-Beete angelegt. Es wurde lebendiger. Der Garten entwickelte sich mehr und mehr zu einem Ort der Begegnung. Der Freundeskreis „Godehards Garten“ entstand und trifft sich immer mittwochs zum gemeinsamen Gärtnern und Gesprächen.
Konzept für Godehards Garten
Gemeinsam mit der Kirchengemeinde entstand 2020 ein Konzept für den Garten „Lautes und Leises“; Godehards Garten war damit ein Teil der Gemeindearbeit. Drei Leitgedanken (verkürzt) waren dabei wichtig:
- Entwicklung von Gemeinschaft durch Gastfreundschaft und Teilhabe
- Spirituelles rund um die Basilika St. Godehard / Gebet, Stille, Musik, Liturgie, Feste
- Bewahrung der Schöpfung, ungestörte Natur erfahrbar machen und sie schützen lernen.
Der alte Klostergarten und der Pfarrgarten dienen der Stille und der Begegnung. Dank der Größe des gesamten Geländes kann Leises und Lautes hier seinen Platz finden, Rückzugsmöglichkeiten für Mensch und Tier genauso wie fröhliches Spiel und gemeinsame Feste.
Dabei hat er sich in den letzten Jahren partiell zu einem Naturgarten entwickelt, der auch Schulen, Kindergärten und Nachbarkindern zur Verfügung steht. So können Kinder mitten in der Stadt hautnah Erfahrungen mit der Natur machen und mit Unterstützung ihr erstes Gemüse anbauen und Früchte ernten.
Nachbarn und Gartenfreunde, Gemeindemitglieder und Besucher können hier Zeit miteinander verbringen und sich kennenlernen. Miteinander arbeiten und voneinander zu lernen; das sieht auch das Nutzungskonzept für den Garten vor.
Der Garten ist in den letzten Jahren ein Treffpunkt für Jung und Alt geworden. Mittlerweile nutzen viele junge Familien aus der Nachbarschaft die Möglichkeit, mit ihren Kindern den Garten zu erkunden. Wobei die Kleinen immer von Neuem begeistert auf Entdeckungsreise gehen, dabei die Hühner streicheln und sich die frischen Beerenfrüchte schmecken lassen. Bienenvölker sind im Garten aufgestellt und der gewonnene Honig wird zum Verkauf angeboten. Der Bolzplatz, an den Garten angrenzend, wird bei Wind und Wetter gerne von den Kindern aus der Umgebung genutzt. Diese können sich auf einem geschützten Platz austoben und sind hier gerne gesehen.
Eine bunte Blumenwiese lockt Insekten an und lässt Besucher und Gartenfreunde vor der blühenden Pracht gerne länger verweilen.
Besonders unter dem 8x8 Meter großen Sonnensegel im Garten begegnen sich unterschiedliche Gruppen, die in irgendeiner Weise den Garten nutzen. Die Idee ist es, niederschwellige Möglichkeiten zu schaffen, bei bestehenden Aktivitäten mitzumachen und eigene Ideen auf dem Gelände zu verwirklichen, die mit dem Konzept im Einklang stehen.
Seit ein paar Jahren kann der Garten für private Veranstaltungen, wie Geburtstage oder andere familiäre Feiern, kostenlos gebucht werden. Chöre nutzen den Garten für ihre Proben. Dadurch wird die Idee des Miteinanders immer bekannter und trägt sich weiter.
Aktivitäten und Nutzer des Gartens:
- Schulgarten der Albertus-Magnus-Schule
- Kindertagespflegegruppen
- Hühnerprojekt – Familien pflegen gemeinsam 9 Hennen
- Bienenvölker – gepflegt von einer Imkerin
- Bilder aus dem Albani-Psalter im Kreuzweg im Sommer mit Führungen
- „Offener Garten“ am Freitagnachmittag in der warmen Jahreszeit (April bis Oktober)
- Gemeinsam Gärtnern am Mittwochnachmittag
- Spielort für Kinder / Treff für Familien
- Konzerte, Lesungen, Familiennachmittage für alle Interessierten, organisiert durch Gartenfreunde, Nachbarn und Anfragende aus der Stadt
- Veranstaltungen zur Bewahrung der Schöpfung durch ev. und kath. Initiative
- Yoga und Tai Chi — Gruppe
- Gemeinsam Kochen und Verarbeiten der Ernte des Gartens / Apfelmost-Aktion
- SoLaWi Immergrün Nordstemmen – Abholstation St. Godehard
- AdventsGarten – Gemeinsames Singen und Geschichten
Info und Kontakt zum Godehards Garten auf der Gemeinde-Website:
https://www.st-godehard-hildesheim.de/gruppen-und-angebote/begegnung/pfarrgarten-st-godehard/
Kreuzschiff voraus!
Reinhard Willenborg
