KKV-Aktuell, Ausgabe 1-2023


Foto: Thomas Michalski

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Kennen Sie das Relief mit der Ablass-Inschrift an der Godehardikirche – Südseite?
Die Inschrift befindet sich unter dem Relief auf der Titelseite:

Der Text:
welk imm ge hijr · uor · spreckt · unt · uerrichert · ii · p(ate)r · n(oste)r · [un(t) ave m(ar)ia] / to · hulpr · un · t[r]oste · alle · ermen · selin · de uor·denet · lxxx · [daghe · avlates ·]
‚Wer immer hier vor [diesem Bild?] spricht und verrichtet zwei Vaterunser und Ave-Maria zur Hilfe und zum Trost aller armen Seelen, der verdient 80 Tage Ablass.‘
Hier bekam man doch recht günstig eine große Zahl an Ablasstagen zusammen …
Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr
Regina Michalski

Vorwort

Liebe KKVerinnen und KKVer,

das neue Jahr möchte ich mit ein paar Informationen zu unserer KKV-Ortsgemeinschaft beginnen. Mit Stand Dezember 2022 hat die Ortsgemeinschaft 155 aktive Mitglieder. Damit hat sich  der Mitgliederstand wiederum reduziert.
Es sind 8 Mitglieder weniger als vor einem Jahr (4 Austritte, 5 Verstorbene und 1 Neumitglied).
Der KKV-Ortsverband hat eine erfreulich gute Kassenlage und in der laufenden Spendenaktion für den Teresienhof sind bisher 690,–€ zusammengekommen. Vielen Dank an alle Spender.
In dem sonstigen Verbandsleben konnten wir glücklicherweise wieder unsere Veranstaltungen stattfinden lassen. Auch wenn am Anfang noch mit Einschränkungen, fanden wieder unsere regelmäßigen Treffen zum Stammtisch, Damentreff, Gesprächskreis oder auch die Offene Tür im KKV-Treff statt.
Die altbekannte Krippenfahrt musste im Jahr 2022 leider abgesagt werden. Als Ersatz gab es eine virtuelle Krippentour durch die Kirchen unseres Bistums.

Im März konnte dann endlich die Jahreshauptversammlung mit den Neuwahlen stattfinden. Ebenso war es möglich, eine Fastenmesse und Fastenessen durchzuführen.

Einige Mitglieder nahmen das Angebot wahr an einem Seminar über Ökologie und Ökonomie in Duderstadt teilzunehmen. Das Seminar entstand in Zusammenarbeit mit Kolping.
Im Wonnemonat Mai fand dann auch wieder die KKV-Maiandacht mit anschließenden Spargelessen statt.
Den Sommermonat Juli haben wir für die Aktion „Ein Pfund mehr“ genutzt. Hierbei konnten wir eine ansehnliche Menge an Lebensmittel zur Unterstützung des sozialen Mittagstisch im Guten Hirten zusammentragen.
Zu einem Sommerfest hatte der KKV im August nach Klein Förste eingeladen. In der Johannes Kapelle konnten wir mit unserem Geistlichen Beirat, Herrn Prälat Heinrich Günther, eine Heilige Messe feiern. Der Ortsheimatpfleger Heinrich Feise brachte uns die wechselvolle Geschichte des Ortes bei einem Rundgang näher.
Einen interessanten Vortrag gab es bei den Stadtwerken Hildesheim. Herr Mustafa Sancar, kaufmännischer Geschäftsführer, brachte uns das sehr aktuelle Thema „Die Energieversorgung der Zukunft mit der Energiewende“ näher.
Der Oktober war neben den regelmäßigen Treffen durch zwei Veranstaltung geprägt. Der Verein Donum Vitae unter Leitung der Vorsitzenden Margareta Meyer stellte seine 20-jährige Arbeit im Bereich der Schwangerschaft Konfliktberatung und Rund um Fragen der Familienplanung in einem Vortrag vor. Als weitere Veranstaltung konnten wir unser 136. Stiftungsfest mit einem Gottesdienst in der Söhrer Maria Himmelfahrt Kirche und anschließender Zusammenkunft im Söhrer Forsthaus feiern. Wir durften unsere diesjährigen Jubilare ehren und einem interessanten Vortrag von Dr. Jörg-Dieter Wächter zu dem Thema „Mariano -Josephinum die Fusion der katholischen Gymnasien in Hildesheim“ lauschen.
Der November war geprägt durch den 2. Besinnungstag im Mutterhaus der Vinzentinerinnen. Unser VB Diakon Dr. Rolf Busemann hatte zu dem Thema „Paulus  – Querkopf und Mutmacher“ sehr viel zu berichten.
Im Dezember wurde dann das Jahr mit der jährlichen Adventsfeier beendet.
Im Veranstaltungsausschuss sind die Planungen für 2023 schon weit fortgeschritten und wir werden mit Gottesdiensten, Vorträgen, Betriebsbesichtigungen und sozialen Aktionen wieder das Jahr gestalten.

Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes neues Jahr 2023.

Herzliche Grüße und Kreuzschiff voraus

Peter Schüller
Vorsitzender KKV OG Hildesheim

KKV-Aktuell, Ausgabe 12-2022


Foto: Thomas Michalski

zum Titelbild

Das Titelbild zeigt einen Ausschnitt aus dem rechten Seitenflügel der Bernwardtür: die drei Weisen (oder Könige, Sterndeuter oder Magier) aus dem Morgenland. Hier sehen Sie die Einordnung in die Ikonographie der Bernwardtür:

In der Bibel (EÜ) steht dazu:
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. […]  Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. […] Mt 2.1-2.12

Frohe Weihnachten wünscht Ihnen
Regina Michalski

Ochs und Esel

An der Weihnachtskrippe haben Ochs und Esel einen festen Platz – jedenfalls, wenn wir uns Darstellungen oder Bilder ansehen. Im Lukas-Evangelium (und im Neuen Testament) kommen sie nicht vor. Aber das Pseudo-Matthäus-Evangelium weiß: Am dritten Tag legte Maria ihren Knaben in eine Krippe, und Ochs und Esel beteten ihn an. Da erfüllte sich, was durch den Propheten Jesaja (Jes 1,3) verkündet ist: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn“.
Die Geschöpfe erkennen ihren Herrn – im Gegensatz zum Menschen. Denn dem Mensch gewordenen Wort Gottes, Jesus, wies „der Mensch“ die Tür. So schreibt der Evangelist Johannes: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Er fährt fort: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben … und aus Gott geboren sind.“ (vgl. Joh 1, 11-13)
In einem Krippenspiel darf die Herbergssuche nicht fehlen: Gott sucht Wohnung. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Er sucht den Platz im Leben jedes Menschen. Zum anderen kommt er in der Gestalt der Menschen zu uns. Sie brauchen Hilfe oder suchen ein Zuhause. Die Katastrophen und Kriege unserer Tage drängen Menschen auf den Weg. Sie suchen einen Platz zum Leben. Das ist an Weihnachten kein Neben-Thema für den, der an Christus glaubt.
Das Kind in der Krippe zeigt uns, was wir im Glaubensbekenntnis beten: „Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen … und ist Mensch geworden.“ Ich kann nur staunen darüber, was Gott bewegt und was er tut. Damit trete ich heraus aus der Enge meines Alltags, aus dem Trott, aus dem Gewohnten. Ich kann mich diesem Geschehen nicht entziehen. Würde ich mich verweigern, würde es mich doch nicht loslassen.
Es drängt mich zu antworten. Ein Ochse kennt seinen Besitzer, ein Esel weiß, wo seine Krippe steht. Vielleicht ist es auch für Menschen gar nicht so schwer, seinen Herrn zu kennen und mit ihm zu leben.
Weihnachten ist für jeden von uns eine Chance, IHN nicht vor der Tür unseres Lebens stehen zu lassen. Im letzten Buch der Bibel lese ich: Ich stehe an der Tür und klopfe an.  Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir.“ (Off 3,20)
Ich wünsche Ihnen zu Weihnachten Begegnung mit IHM.

Prälat Heinrich Günther