KKV-Aktuell Oktober 2026


Foto: Yoha­nes Via­ney

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Unser täg­lich Brot

Die wich­tigs­ten Brot­ge­trei­de­sor­ten in Mit­tel­eu­ro­pa sind Wei­zen (Weich­wei­zen*) (etwa 89%), Rog­gen (Titel­bild, etwa 7%)) und Din­kel (etwa 4%). Die­se Sor­ten besit­zen die not­wen­di­ge “Back­fä­hig­keit” (die Bil­dung eines Kle­ber­ge­rüsts), um volu­mi­nö­se Bro­te und locke­re Back­wa­ren her­zu­stel­len.

Die wich­tigs­te Grund­la­ge lie­fert dabei der Win­ter­wei­zen, der fast die Hälf­te der gesam­ten deut­schen Getrei­de­an­bau­flä­che aus­macht.

Im Mit­tel­al­ter stieg der Rog­gen zum unan­ge­foch­te­nen Haupt­brot­ge­trei­de Mit­tel­eu­ro­pas auf, da Rog­gen extrem win­ter­hart und anspruchs­los gegen­über kar­gen Böden ist, ver­dräng­te er in den nörd­li­che­ren und zen­tra­len Regio­nen ande­re Sor­ten. Die Ein­füh­rung der Drei­fel­der­wirt­schaft und des eiser­nen Beet-Pflugs ermög­lich­ten erst­mals groß­flä­chi­gen Win­ter­ge­trei­de­an­bau. Das dunk­le Rog­gen-Schwarz­brot wur­de zum Grund­nah­rungs­mit­tel der brei­ten Bevöl­ke­rung.

Mit Beginn des 20. Jahr­hun­derts lief der Wei­zen dem Rog­gen den Rang ab. Durch Kunst­dün­ger, geziel­te Züch­tung sehr ertrags­star­ker Sor­ten und den Ein­satz von Mäh­dre­schern explo­dier­ten die Ern­te­er­trä­ge. Weiß­brot und fei­ne­re Back­wa­ren wan­del­ten sich vom Luxus­gut zum all­täg­li­chen Nah­rungs­mit­tel.

* Hart­wei­zen wird fast aus­schließ­lich zur Teig­wa­ren- und Nudel­pro­duk­ti­on genutzt.

Regi­na Mich­al­ski

Vorwort

Lie­be Ver­bands­brü­der und Schwes­tern, lie­be KKV-Fami­lie, lie­be Gäs­te,

140 Jah­re KKV Orts­ge­mein­schaft Hil­des­heim. Die­ses stol­ze Jubi­lä­um dür­fen wir in die­sem Monat fei­ern. Ein sol­ches Stif­tungs­fest ist kein all­täg­li­ches Ereig­nis. Es ist ein Mei­len­stein, der uns mit tie­fer Dank­bar­keit und gro­ßem Stolz erfüllt.

Seit unse­rer Grün­dung im Jahr 1886 haben sich die Zei­ten dras­tisch geän­dert, doch das Fun­da­ment unse­res Ver­ban­des steht fel­sen­fest. Unse­re Gemein­schaft basiert seit jeher auf den christ­li­chen Grund­wer­ten. Wir ver­ei­nen den Erfolg im Beruf mit sozia­ler Ver­ant­wor­tung. Die­ses Leit­bild hat Gene­ra­tio­nen vor uns getra­gen. Es lei­tet uns auch heu­te in einer sich stän­dig wan­deln­den Welt.

Ein 140-jäh­ri­ges Bestehen ist kein Zufalls­pro­dukt. Es ist das Ergeb­nis von leben­di­ger Gemein­schaft. Mein beson­de­rer Dank gilt all jenen, die unse­re Orts­ge­mein­schaft über Jahr­zehn­te hin­weg mit Leben gefüllt haben. Dan­ke an alle akti­ven Mit­glie­der, die durch ihr Enga­ge­ment das Ver­eins­le­ben gestal­ten. Dan­ke an die För­de­rer, die uns den Rücken stär­ken. Und dan­ke an die treu­en Weg­be­glei­ter, die das Fun­da­ment unse­res Erfol­ges bil­den.

Unser Jubi­lä­um ist jedoch weit mehr als ein Blick in die Ver­gan­gen­heit. Es ist ein kraft­vol­les Signal für die Zukunft. Die aktu­el­len gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen ver­lan­gen nach fes­ten Ori­en­tie­rungs­punk­ten. Der KKV Hil­des­heim bie­tet genau die­sen Halt. Wir blei­ben ein Netz­werk der Wer­te, des Aus­tauschs und des geleb­ten Mit­ein­an­ders.

Ich lade Sie alle von gan­zem Her­zen ein, die­ses beson­de­re Stif­tungs­fest am Sonn­tag, den 18.10.2026 mit uns zu fei­ern. Las­sen Sie uns gemein­sam auf das Erreich­te zurück­bli­cken und vol­ler Zuver­sicht nach vor­ne schau­en.

Ich wün­sche Ihnen eine anre­gen­de Lek­tü­re die­ser Aus­ga­be und unse­rer Fest­schrift zum Jubi­lä­um. Ich freue mich auf die per­sön­li­chen Begeg­nun­gen und Fest­lich­kei­ten im Okto­ber.

Mit herz­li­chen Grü­ßen und Kreuz­schiff vor­aus
Ihr/ Euer Peter Schül­ler
Vor­sit­zen­der KKV Orts­ge­mein­schaft Hil­des­heim

KKV-Aktuell September 2026

Der Sommer geht. Der Herbst kommt.

Der Über­gang vom Som­mer zum Herbst ist eine Zeit der Ver­än­de­rung, die sich sowohl im Kalen­der als auch in der Natur deut­lich bemerk­bar macht. In die­sem Jahr beginnt der Herbst offi­zi­ell zu zwei ver­schie­de­nen Zeit­punk­ten:

Kalen­da­ri­scher Herbst­an­fang: Die­ser fällt auf den 23. Sep­tem­ber 2026 um genau 02:05 Uhr. Zu die­sem Zeit­punkt fin­det die Herbst-Tag­und­nacht­glei­che statt, bei der Tag und Nacht über­all auf der Welt fast gleich lang sind.

Meteo­ro­lo­gi­scher Herbst­an­fang: Für Sta­tis­ti­ker und Meteo­ro­lo­gen beginnt der Herbst bereits am 1. Sep­tem­ber, da sie die Jah­res­zei­ten in vol­len Kalen­der­mo­na­ten rech­nen. 

Was ver­än­dert sich in der Natur?

Wäh­rend der Som­mer mit male­ri­schen Son­nen­un­ter­gän­gen geht, begrüßt uns der Herbst oft mit nebel­grau­en Mor­gen­stun­den und bun­ter wer­den­den Blät­tern. Die Natur berei­tet sich auf die Ruhe­pha­se vor. Mit der Zeit für Äpfel, Kür­bis­se und Zucker­rü­ben geht die Ern­te­zeit zu Ende.

Es ist die Zeit für einen Spa­zier­gang in der Natur und das Sam­meln der ein oder ande­ren Kas­ta­nie.  

Regi­na Mich­al­ski

Vorwort

Lie­be Ver­bands­schwes­tern und Ver­bands­brü­der!

Pfarr­gar­ten St. Gode­hard – „Gode­hards Gar­ten“

Ken­nen sie eigent­lich das Natur­pa­ra­dies mit­ten in der Stadt im alten Kloster/Pfarrgarten hin­ter der St. Gode­hard Basi­li­ka?
Seit eini­gen Jah­ren enga­gie­re ich mich ehren­amt­lich im Freun­des­kreis „Gode­hards Gar­ten“ für die Pfle­ge und den Erhalt die­ser Oase in Hil­des­heim, den vie­le, selbst „Alt­ein­ge­ses­se­ne“, nicht wirk­lich ken­nen. Las­sen sie mich den Gar­ten an die­ser Stel­le vor­stel­len.

Bis ca. 2013/14 war der alte Pfarr­gar­ten noch ein hin­ter hohen Mau­ern streng abge­grenz­ter Bereich des Pfarr­hau­ses und der Hil­des­hei­mer Außen­stel­le der Bene­dik­ti­ner Dor­mi­tio-Abtei in Jeru­sa­lem. Mit dem Weg­zug der Bene­dik­ti­ner­mön­che 2013 und der Neu­grün­dung der kath. Innen­stadt­ge­mein­de St. Gode­hard 2014 gab es ers­te Ver­än­de­run­gen, die zur schritt­wei­sen Öff­nung des Gar­tens führ­ten. Maß­geb­lich wur­de dies durch eine direk­te Anwoh­ne­rin des Gar­tens (Bar­ba­ra Her­manns) ange­sto­ßen, die zunächst vom Pri­or der Bene­dik­ti­ner, Bru­der Tho­mas, gebe­ten wur­de, das Gelän­de gärt­ne­risch unter ihre Fit­ti­che zu neh­men.

Es folg­ten vie­le Jah­re gärt­ne­ri­scher Pfle­ge und Umge­stal­tung. Es wur­de bun­ter, leben­di­ger. Vögel und Insek­ten und, und …kamen dazu. Ein Teich wur­de ange­legt, um eine Trän­ke für alle zu bil­den. Fruch­ten­de Bäu­me kamen dazu, Zwetsch­gen, Kir­schen, Apri­ko­sen, Pfir­si­che, Mis­peln, Maul­bee­ren, Quit­ten, Äpfel, Ess­kas­ta­ni­en und Wal­nüs­se, denn die­se Bäu­me gehö­ren in einen alten Klos­ter­gar­ten. Ein Kräu­ter­gar­ten nach baro­ckem Vor­bild wur­de ange­legt. Alte Rosen beka­men ihren Platz. Wil­de Blu­men­sa­men ent­fal­te­ten sich neben Kul­tur­stau­den.
Die Arbeit wur­de nicht weni­ger, Fami­lie und Freun­de haben gehol­fen und für die Grund­pfle­ge gesorgt. Irgend­wann sucht ein schö­ner Ort Men­schen, die ihn besu­chen, sich aus­ru­hen, die Stil­le genie­ßen und die Natur bewun­dern. Gemein­sam mit den Gemein­de­re­fe­ren­tin­nen Ange­li­ka Röde und Clau­dia Scholz wur­de der Gar­ten zur „offe­nen Gar­ten­pfor­te“ geöff­net und an der lan­gen Nacht der Kir­chen teil­ge­nom­men. Vie­le frag­ten, wann sie wie­der hin­ein­dürf­ten, denn einen Gar­ten möch­te man über das gan­ze Jahr beob­ach­ten. Die Idee des „Offe­nen Gar­tens“ ent­stand. Der Gar­ten bekam einen Namen, der ein­la­dend sein soll­te – „Gode­hards Gar­ten“. Vie­le kamen wie­der und woll­ten hel­fen und ler­nen, gärt­nern, ihre ers­ten Ver­su­che dar­in machen, wünsch­ten sich ein eige­nes klei­nes Beet auf Zeit oder woll­ten ein­fach nur mit­hel­fen. In Koope­ra­ti­on mit umlie­gen­den Schu­len (Augus­ti­nus, ALMA, Kita St. Vin­cenz, u.a.) wur­den Schul­gar­ten-Bee­te ange­legt. Es wur­de leben­di­ger. Der Gar­ten ent­wi­ckel­te sich mehr und mehr zu einem Ort der Begeg­nung. Der Freun­des­kreis „Gode­hards Gar­ten“ ent­stand und trifft sich immer mitt­wochs zum gemein­sa­men Gärt­nern und Gesprä­chen.

Kon­zept für Gode­hards Gar­ten
Gemein­sam mit der Kir­chen­ge­mein­de ent­stand 2020 ein Kon­zept für den Gar­ten „Lau­tes und Lei­ses“; Gode­hards Gar­ten war damit ein Teil der Gemein­de­ar­beit. Drei Leit­ge­dan­ken (ver­kürzt) waren dabei wich­tig:
- Ent­wick­lung von Gemein­schaft durch Gast­freund­schaft und Teil­ha­be
- Spi­ri­tu­el­les rund um die Basi­li­ka St. Gode­hard / Gebet, Stil­le, Musik, Lit­ur­gie, Fes­te
- Bewah­rung der Schöp­fung, unge­stör­te Natur erfahr­bar machen und sie schüt­zen ler­nen.
Der alte Klos­ter­gar­ten und der Pfarr­gar­ten die­nen der Stil­le und der Begeg­nung. Dank der Grö­ße des gesam­ten Gelän­des kann Lei­ses und Lau­tes hier sei­nen Platz fin­den, Rück­zugs­mög­lich­kei­ten für Mensch und Tier genau­so wie fröh­li­ches Spiel und gemein­sa­me Fes­te.
Dabei hat er sich in den letz­ten Jah­ren par­ti­ell zu einem Natur­gar­ten ent­wi­ckelt, der auch Schu­len, Kin­der­gär­ten und Nach­bar­kin­dern zur Ver­fü­gung steht. So kön­nen Kin­der mit­ten in der Stadt haut­nah Erfah­run­gen mit der Natur machen und mit Unter­stüt­zung ihr ers­tes Gemü­se anbau­en und Früch­te ern­ten.
Nach­barn und Gar­ten­freun­de, Gemein­de­mit­glie­der und Besu­cher kön­nen hier Zeit mit­ein­an­der ver­brin­gen und sich ken­nen­ler­nen. Mit­ein­an­der arbei­ten und von­ein­an­der zu ler­nen; das sieht auch das Nut­zungs­kon­zept für den Gar­ten vor.

Der Gar­ten ist in den letz­ten Jah­ren ein Treff­punkt für Jung und Alt gewor­den. Mitt­ler­wei­le nut­zen vie­le jun­ge Fami­li­en aus der Nach­bar­schaft die Mög­lich­keit, mit ihren Kin­dern den Gar­ten zu erkun­den. Wobei die Klei­nen immer von Neu­em begeis­tert auf Ent­de­ckungs­rei­se gehen, dabei die Hüh­ner strei­cheln und sich die fri­schen Bee­ren­früch­te schme­cken las­sen. Bie­nen­völ­ker sind im Gar­ten auf­ge­stellt und der gewon­ne­ne Honig wird zum Ver­kauf ange­bo­ten. Der Bolz­platz, an den Gar­ten angren­zend, wird bei Wind und Wet­ter ger­ne von den Kin­dern aus der Umge­bung genutzt. Die­se kön­nen sich auf einem geschütz­ten Platz aus­to­ben und sind hier ger­ne gese­hen.
Eine bun­te Blu­men­wie­se lockt Insek­ten an und lässt Besu­cher und Gar­ten­freun­de vor der blü­hen­den Pracht ger­ne län­ger ver­wei­len.
Beson­ders unter dem 8x8 Meter gro­ßen Son­nen­se­gel im Gar­ten begeg­nen sich unter­schied­li­che Grup­pen, die in irgend­ei­ner Wei­se den Gar­ten nut­zen. Die Idee ist es, nie­der­schwel­li­ge Mög­lich­kei­ten zu schaf­fen, bei bestehen­den Akti­vi­tä­ten mit­zu­ma­chen und eige­ne Ideen auf dem Gelän­de zu ver­wirk­li­chen, die mit dem Kon­zept im Ein­klang ste­hen.

Seit ein paar Jah­ren kann der Gar­ten für pri­va­te Ver­an­stal­tun­gen, wie Geburts­ta­ge oder ande­re fami­liä­re Fei­ern, kos­ten­los gebucht wer­den. Chö­re nut­zen den Gar­ten für ihre Pro­ben. Dadurch wird die Idee des Mit­ein­an­ders immer bekann­ter und trägt sich wei­ter.

Akti­vi­tä­ten und Nut­zer des Gar­tens:

  • Schul­gar­ten der Alber­tus-Magnus-Schu­le
  • Kin­der­ta­ges­pfle­ge­grup­pen
  • Hüh­ner­pro­jekt – Fami­li­en pfle­gen gemein­sam 9 Hen­nen
  • Bie­nen­völ­ker – gepflegt von einer Imke­rin
  • Bil­der aus dem Alba­ni-Psal­ter im Kreuz­weg im Som­mer mit Füh­run­gen
  • „Offe­ner Gar­ten“ am Frei­tag­nach­mit­tag in der war­men Jah­res­zeit (April bis Okto­ber)
  • Gemein­sam Gärt­nern am Mitt­woch­nach­mit­tag
  • Spiel­ort für Kin­der / Treff für Fami­li­en
  • Kon­zer­te, Lesun­gen, Fami­li­en­nach­mit­ta­ge für alle Inter­es­sier­ten, orga­ni­siert durch Gar­ten­freun­de, Nach­barn und Anfra­gen­de aus der Stadt
  • Ver­an­stal­tun­gen zur Bewah­rung der Schöp­fung durch ev. und kath. Initia­ti­ve
  • Yoga und Tai Chi — Grup­pe
  • Gemein­sam Kochen und Ver­ar­bei­ten der Ern­te des Gar­tens / Apfel­most-Akti­on
  • SoLa­Wi Immer­grün Nord­stem­men – Abhol­sta­ti­on St. Gode­hard
  • Advents­Gar­ten – Gemein­sa­mes Sin­gen und Geschich­ten

Info und Kon­takt zum Gode­hards Gar­ten auf der Gemein­de-Web­site:

https://www.st-godehard-hildesheim.de/gruppen-und-angebote/begegnung/pfarrgarten-st-godehard/

Kreuz­schiff vor­aus!
Rein­hard Wil­len­borg

130 Jahre KKV Hildesheim

Der KKV (Ver­band der Katho­li­ken in Wirt­schaft und Ver­wal­tung) Hil­des­heim fei­er­te am 12./13. Novem­ber 2016 sein 130jähriges Stif­tungs­fest. Ein sol­ches Fest ist Anlass genug, um Rück­schau zu hal­ten, aber auch gleich­zei­tig Ver­pflich­tung zur Erneue­rung, die Gegen­wart zu gestal­ten, um für die Zukunft gerüs­tet zu sein.

„130 Jah­re KKV Hil­des­heim“ wei­ter­le­sen