KKV-Aktuell Juli/August 2026

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Som­mer

Der Eis­be­cher auf der Titel­sei­te passt zum Som­mer! Nicht umsonst schlie­ßen die Eis­die­len in Hil­des­heim im Herbst bis zum Früh­jahr.

Wann ist Som­mer?
Der Som­mer­an­fang und das Ende hän­gen von der Defi­ni­ti­on ab: Der meteo­ro­lo­gi­sche Som­mer star­tet immer am 1. Juni und endet am 31. August (Juni, Juli, August) für ein­fa­che­ren Sta­tis­tik­ab­gleich. Der astro­no­mi­sche (kalen­da­ri­sche) Som­mer beginnt mit der Som­mer­son­nen­wen­de, meist um den 21. Juni (längs­ter Tag), und endet mit der Herbst-Tag­und­nacht­glei­che, meist um den 22. Sep­tem­ber, wenn die Son­ne zum Äqua­tor zurück­wan­dert. 

Typisch für den Som­mer sind war­me Tem­pe­ra­tu­ren, lan­ge Tage und vie­le Son­nen­stun­den. Zu den belieb­ten Akti­vi­tä­ten gehö­ren Schwim­men, Gril­len, Rei­sen und Pick­nicks. Som­mer­früch­te wie Erd­bee­ren, Kir­schen und Was­ser­me­lo­nen sowie Spei­se­eis und erfri­schen­de Geträn­ke wie Eis­tee und Limo­na­de eben­falls cha­rak­te­ris­tisch.

Genie­ßen wir den Som­mer!
Regi­na Mich­al­ski

Vorwort

Kann man den Staat vor Gericht brin­gen?

1995 hat­ten Glas­nost und Pere­stroi­ka die Beschrän­kun­gen für die Kir­che in der Ukrai­ne gelo­ckert. In Kiew bat mich Bischof Jan Pur­win­ski, etwa 20 “Stu­den­ten” in die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re ein­zu­füh­ren. Die meis­ten waren noch nicht lan­ge getauft. Zuvor hat­ten sie das Glau­bens­be­kennt­nis gelernt. Aber was sagt die Kir­che zu den Pro­ble­men der Zeit? Die jun­gen Leu­te hat­ten zumeist schon ihr Stu­di­um erfolg­reich abge­schlos­sen. Sie wuss­ten, dass sie eine wich­ti­ge Rol­le beim Auf­bau der moder­nen Ukrai­ne über­neh­men wür­den.

Am Nach­mit­tag hat­te ich einen Bür­ger­meis­ter besucht und gefragt, wie er sei­ne Dorf-Ver­wal­tung finan­zie­re. Er sag­te mir, dass er kei­ne Mit­ar­bei­ter habe, denn er kön­ne sie nicht bezah­len — nur eine Sekre­tä­rin. Das Dorf habe zwar etwa 2.000 ha Acker­land, aber das sei an den Pfer­de­renn­ver­ein in Kiew ver­pach­tet. Der kön­ne z. Z. nichts zah­len. Ich schlug ihm vor, bei Gericht die Pacht ein­zu­trei­ben. “Das geht nicht”, mein­te er, “weil der Ver­ein staat­lich ist. Und gegen den Staat kann man nicht kla­gen. Der befiehlt.” Mei­ne Zuhö­rer wuss­ten das.

Das Pro­blem stamm­te noch aus der Sowjet-Dik­ta­tur. Sie staun­ten, als ich ihnen sag­te: “In Deutsch­land — und in demo­kra­ti­schen Län­dern — kann jede natür­li­che oder juris­ti­sche Per­son vom Staat ihr Recht ein­kla­gen: Bei uns kann z.B. jeder Rent­ner den Staat ver­kla­gen. Denn auch Regie­run­gen müs­sen die Rechts­ord­nung ein­hal­ten!

1891 hat­te Papst Leo XIII. mit sei­ner Enzy­kli­ka „Rer­um Novarum“ auf die Not vie­ler Indus­trie-Arbei­ter geant­wor­tet. Er ver­ur­teil­te das unge­zü­gel­te Gewinn­stre­ben vie­ler Unter­neh­mer (extre­mer Libe­ra­lis­mus). Jeder Mensch ist als Per­son ein Eben­bild Got­tes, hat eine unver­äu­ßer­li­che Wür­de und hat in der Gesell­schaft Rech­te. Die­se dür­fen ihm auch nicht vom Staat (wie im Kom­mu­nis­mus) genom­men wer­den: Per­so­na­li­täts-Prin­zip.

Wir spra­chen auch über die Soli­da­ri­tät, das 2. Prin­zip, das den Ein­zel­nen wie die Gemein­schaft in die Pflicht nimmt: Alle sit­zen in einem Boot. Die Star­ken müs­sen rudern und die Schwa­chen mit­neh­men. Im Grund­ge­setz steht: Eigen­tum ver­pflich­tet.

Am längs­ten spra­chen wir über das Sub­si­dia­ri­täts-Prin­zip, dem Recht der klei­ne­ren Lebens­krei­se. Z. B. Was darf der Staat den Fami­li­en vor­schrei­ben? Wie wird poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung zwi­schen Zen­tra­le und Stadt geteilt? Der klei­ne­ren Gemein­schaft darf nicht genom­men wer­den, wozu die eige­ne Leis­tungs­fä­hig­keit reicht.

Nun sind 30 Jah­re ver­gan­gen. Die jun­gen Leu­te von damals haben ihr Land mit auf­ge­baut und dabei vie­le öffent­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen durch­lebt. Ich bete, dass die guten und erfolg­rei­chen Arbei­ten für eine moder­ne Ukrai­ne nicht durch Russ­lands Angriffs­krieg zer­stört wer­den.

Zur Kath. Sozi­al­leh­re sind neue Pro­ble­me gesto­ßen, auf die die Päps­te Ant­wor­ten anbie­ten. Etwa: Armut und Hun­ger, Krieg und Frie­den, Bewah­rung der Schöp­fung, Kon­zen­tra­ti­on der Finan­zen, Dis­kri­mi­nie­rung von Frau­en …

Hein­rich Gün­ther 

KKV-Aktuell Juni 2026


Foto: Lutz Engel­hardt

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Will­kom­men!

Der Eis­kel­ler der ehe­ma­li­gen Vic­to­ria-Braue­rei befin­det sich auf dem städ­ti­schen Grund­stück Zie­ren­berg­stra­ße 69 in 31137 Hil­des­heim.
Der Ein­gang ist in der Eller Stra­ße 47. Das Titel­bild zeigt den Ein­gang.

Am 04. Juli 2026 ab 15.30 Uhr fei­ern wir unser all­jähr­li­ches Som­mer­fest im Fel­sen­kel­ler auf dem Moritz­berg, es ist ein ehe­ma­li­ger Eis­kel­ler. Schon 2016 waren wir dort, hat­ten eine inter­es­san­te Füh­rung und haben das Bier pro­biert. Nun also wie­der die­ser Ort. Inzwi­schen, so berich­tet unser Vb Lutz Engel­hardt, Mit­glied im Ver­ein zur Erhal­tung des Eis­kel­lers der ehe­ma­li­gen Vic­to­ria Braue­rei Hil­des­heim-Moritz­berg e.V., hat sich viel getan: der Eis­kel­ler wur­de wei­ter restau­riert, der Ein­gang neu­ge­stal­tet. Der Eis­kel­ler steht in¬zwischen unter Denk­mal­schutz. Laut einer Diplom-Arbeit ist kein ver­gleich­ba­res Bau­werk in Deutsch­land bekannt.

Über die Geschich­te und vie­les mehr fin­det man Infor­ma­tio­nen auf der neu­ge­stal­te­ten Home­page: www.felsenkeller-moritzberg.de
Der Vor­stand des KKV Hil­des­heim lädt alle Mit­glie­der herz­lich ein.

Regi­na Mich­al­ski

Vorwort

Lie­be Ver­bands­schwes­tern und ‑brü­der!

Die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re – wert­vol­le Ori­en­tie­rung, aber kein beque­mes Patent­re­zept

Oft ver­wei­sen Ver­ant­wort­li­che in der katho­li­schen Kir­che auf die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re – in der Regel ver­bun­den mit einer For­de­rung im sozia­len Bereich.

Aber was besagt die katho­li­sche Sozi­al­leh­re wirk­lich, wird sie immer rich­tig ver­stan­den? Was kann man sinn­voll davon ablei­ten? Sicher mehr als der
Apell, „die Armen” zu sehen und mit ihnen zu tei­len. Die Fra­ge ist schwie­rig, aber loh­nend:
Als Bei­spiel hier nur ein zen­tra­ler Gedan­ke aus dem Gesamt­kon­zept, das dicke Bücher füllt:
Grund­la­ge der Katho­li­schen Sozi­al­leh­re ist das christ­li­che Men­schen­bild:
Der Mensch ist Per­son, also ein Indi­vi­du­um, das für sei­ne Ent­fal­tung die Mög­lich­keit zu frei­en per­sön­li­chen Ent­schei­dun­gen benö­tigt. Ent­schei­dungs­frei­heit bedeu­tet aber immer auch per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung. Die eige­ne Frei­heit darf nicht die Frei­heit ande­rer ein­schrän­ken oder ande­ren scha­den. So zeigt sich mora­li­sches Ver­hal­ten.

Der Mensch ist aber genau­so ein Sozi­al­we­sen: Er ist immer auf die Gemein­schaft mit ande­ren Men­schen ange­wie­sen, nicht nur als Kind und im Alter, son­dern in unter­schied­li­cher Form in allen Pha­sen sei­nes Lebens. Die Ver­ant­wor­tung für sich selbst ist des­halb untrenn­bar ver­bun­den mit einer Mit­ver­ant­wor­tung für die Gemein­schaft. Wir nen­nen das Soli­da­ri­tät.

Per­so­na­li­tät und Soli­da­ri­tät ste­hen dabei nicht im Wider­spruch, son­dern müs­sen immer wie­der aus­ba­lan­ciert wer­den. Die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re bie­tet dafür eine klu­ge Regel, die Sub­si­dia­ri­tät: Was der Ein­zel­ne oder die klei­ne­re Gemein­schaft selbst leis­ten kann, dafür sol­len sie auch die Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Erst wenn die Mög­lich­kei­ten der klei­ne­ren Ein­heit über­schrit­ten wer­den, ist die Soli­da­ri­tät der über­ge­ord­ne­ten Insti­tu­ti­on gefor­dert. Sub­si­dia­ri­tät gilt für die Fami­lie, pri­va­te Orga­ni­sa­tio­nen und natür­lich staat­li­che Insti­tu­tio­nen auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne.

Kann das alles in der Pra­xis funk­tio­nie­ren? Ja, sehr gut! Aber nicht als Patent­re­zept. Mit Per­so­na­li­tät, Soli­da­ri­tät und Sub­si­dia­ri­tät lie­fert die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re ent­schei­den­de Kri­te­ri­en für die Gesell­schafts­ord­nung. Die­se müs­sen aller­dings für jede kon­kre­te Ent­schei­dung ver­ant­wort­lich gegen­ein­an­der abge­wo­gen wer­den. Das erfor­dert immer wie­der Sorg­falt, Ehr­lich­keit, Offen­heit und Sach­ver­stand. Die poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen und Ent­schei­dun­gen zei­gen, dass die­ses nicht immer gelingt: Soli­da­ri­tät ohne per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung kann zu Bequem­lich­keit, Bevor­mun­dung oder Über­schul­dung des Staa­tes füh­ren. Per­sön­li­che Frei­heit ohne Soli­da­ri­tät kann Will­kür, Aus­beu­tung und eine Spal­tung der Gesell­schaft brin­gen.

Die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re gibt eine wich­ti­ge Ori­en­tie­rung – auch für gut­wil­li­ge Men­schen außer­halb der christ­li­chen Kir­chen. Aber die Anwen­dung ist nicht bequem. Das liegt nicht an der Katho­li­schen Sozi­al­leh­re, son­dern dar­an, dass unse­re Welt kom­plex ist und wir sie trotz­dem – oder gera­de des­halb – ver­ant­wort­lich gestal­ten müs­sen …

Freund­li­che Grü­ße und Kreuz­schiff vor­aus
Tho­mas Mich­al­ski

P.S.: Als klei­ne Denk­auf­ga­be kön­nen Sie ja mal über­le­gen, wie die­se Kri­te­ri­en der Katho­li­schen Sozi­al­leh­re bei eini­gen aktu­el­len poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen berück­sich­tigt wur­den.
Viel­leicht ist das auch mal ein The­ma für unse­ren KKV-Stamm­tisch.

130 Jahre KKV Hildesheim

Der KKV (Ver­band der Katho­li­ken in Wirt­schaft und Ver­wal­tung) Hil­des­heim fei­er­te am 12./13. Novem­ber 2016 sein 130jähriges Stif­tungs­fest. Ein sol­ches Fest ist Anlass genug, um Rück­schau zu hal­ten, aber auch gleich­zei­tig Ver­pflich­tung zur Erneue­rung, die Gegen­wart zu gestal­ten, um für die Zukunft gerüs­tet zu sein.

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