
Foto: Michael Tillmann
Zum Titelbild
Unser Titelbild ließ uns überlegen:
wo gibt es in Hildesheim eine schöne Aussicht?
Fünf Orte seien hier genannt:
Der Panoramaweg Hildesheim: Dies gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte über die Stadt. Bei gutem Wetter kann man sogar bis zum Brocken im Harz blicken. Der Weg bietet einen weiten Blick über die Hildesheimer Börde und ist Tag und Nacht zugänglich.
Der Aussichtspunkt Berghölzchen: Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick über die gesamte Stadt, einschließlich der berühmten Kirchtürme von St. Michaelis und dem Mariendom.
Der Turm der St.-Andreas-Kirche: Der Aufstieg auf den Turm (364 Stufen) bietet den besten Blick direkt über die Innenstadt und das Fachwerkviertel von Hildesheim.
Der Hildesheimer Aussichtsturm: Dieser Turm befindet sich im Hildesheimer Wald bei Diekholzen. Um den Turm zu besteigen, muss man den Schlüssel im nahen Restaurant holen.
Der gelbe Turm: Dieser Turm steht auf dem Spitzhut (Galgenberg), ist 28 m hoch (134 Stufen) und beherbergt die Volkssternwarte, deren Kuppel er trägt. Zugänglich ist die Sternwarte über Mitglieder des Vereins: Hildesheimer Gesellschaft für Astronomie e.V.
Bei klarem Wetter kann man den Sternenhimmel über Hildesheim bewundern.
Regina Michalski
Ist die Rüstung ethisch?
Vorwort
Liebe Verbandsschwestern und -brüder,
ein zumindest in Deutschland friedliches Weihnachtsfest liegt hinter uns, ein Großteil des neuen Jahres vor uns. Rund um uns geht es leider wenig versöhnlich zu, überall flammen kleinere und größere Kriege auf oder werden fortgesetzt.
Auf dem Börsenparkett erwartet man derweil ein weiteres Jahr mit steigenden Kursen. Wer klug angelegt hat, ist vorher schon bei Rheinmetall oder Thyssen-Krupp eingestiegen.
Gerade deutsche Rüstungskonzerne stehen im Spannungsfeld zwischen nationaler Sicherheit und ethischen Bedenken. Einerseits liefern sie Systeme, die zur Landesverteidigung und zum Schutz von Menschenrechten beitragen – etwa Luftabwehr, Sensorik oder Cyber-Abwehr, die auch zivil genutzt werden können. Andererseits produzieren sie Waffen, die in Konflikten zum Einsatz kommen und damit Leid verursachen können.
Hinzu tritt, dass die USA derzeit ausschließlich an eigenen Interessen orientiert sind, wie deren neue Sicherheitsstrategie zeigt. Europa wird nur noch berücksichtigt, wenn es sich für die USA lohnt und vor allem, Europa seine Sicherheit selbst garantieren kann.
Für Deutschland heißt das nach den NATO-Capability Targets, dass es schnell erhebliche Mengen an Material, Munition und Personal aufbauen muss.
Das gibt der Wehrindustrie eine ethische Legitimität, sie leistet einen Beitrag zu unserer Verteidigung. Viele Unternehmen betonen daher auch, dass ihre Produkte der Abschreckung und dem Schutz demokratischer Staaten dienen. Hinzu kommen in Deutschland strenge Exportkontrollen für Waffenexporte, die humanitäre und politische Kriterien berücksichtigen.
Übrigens hat der Zug der Wehrwirtschaft schon ungeahnte Fahrt aufgenommen. Der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist von 80 Mitgliedsunternehmen auf über 440 gestiegen. Während die Automobilindustrie und der Maschinenbau schwächeln, bietet der Rüstungsbereich erkennbar Alternativen.
Lufthansa Technik wartet z. B. Aufklärungsflugzeuge von Luftwaffe und Marine, der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler ist eine Partnerschaft mit dem Drohnenhersteller Helsing eingegangen. Der Laserhersteller Trumpf, bisher in der Medizintechnik zu Hause, will nunmehr eine Laserluftabwehrwaffe entwickeln und der Outdoorbekleidungshersteller Schöffel TEC liefert alsbald ein Combat-Shirt für die Marine und eine Kampfhose für die ganze Truppe.
Natürlich bleibt es dabei, Waffen, die in Kriegen eingesetzt werden, verursachen Tod und Zerstörung – unabhängig davon, ob sie „defensiv“ oder „offensiv“ sind.
Verständlich, wenn man daran nicht mitverdienen möchte. Hier helfen übrigens sog. nachhaltige Fonds (mit Environmental, Social, Governance (ESG)-Ausschluss), die weiterhin angeboten werden und die vor allem Rüstungsaktien meiden.
Letztlich ist zu konstatieren, deutsche Rüstungskonzerne erfüllen eine wichtige sicherheitspolitische Funktion. Ohne sie wäre eine Verteidigung nicht denkbar. Man sollte und wird sie daher nicht mehr so einfach in die Schmuddelecke verweisen können. Entscheidend bleibt immer, wie die Menschen später Militärgerät und Waffen einsetzen, das macht den Unterschied!
Christian Berndt

