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Sommer
Der Eisbecher auf der Titelseite passt zum Sommer! Nicht umsonst schließen die Eisdielen in Hildesheim im Herbst bis zum Frühjahr.
Wann ist Sommer?
Der Sommeranfang und das Ende hängen von der Definition ab: Der meteorologische Sommer startet immer am 1. Juni und endet am 31. August (Juni, Juli, August) für einfacheren Statistikabgleich. Der astronomische (kalendarische) Sommer beginnt mit der Sommersonnenwende, meist um den 21. Juni (längster Tag), und endet mit der Herbst-Tagundnachtgleiche, meist um den 22. September, wenn die Sonne zum Äquator zurückwandert.
Typisch für den Sommer sind warme Temperaturen, lange Tage und viele Sonnenstunden. Zu den beliebten Aktivitäten gehören Schwimmen, Grillen, Reisen und Picknicks. Sommerfrüchte wie Erdbeeren, Kirschen und Wassermelonen sowie Speiseeis und erfrischende Getränke wie Eistee und Limonade ebenfalls charakteristisch.
Genießen wir den Sommer!
Regina Michalski
Vorwort
Kann man den Staat vor Gericht bringen?
1995 hatten Glasnost und Perestroika die Beschränkungen für die Kirche in der Ukraine gelockert. In Kiew bat mich Bischof Jan Purwinski, etwa 20 “Studenten” in die Katholische Soziallehre einzuführen. Die meisten waren noch nicht lange getauft. Zuvor hatten sie das Glaubensbekenntnis gelernt. Aber was sagt die Kirche zu den Problemen der Zeit? Die jungen Leute hatten zumeist schon ihr Studium erfolgreich abgeschlossen. Sie wussten, dass sie eine wichtige Rolle beim Aufbau der modernen Ukraine übernehmen würden.
Am Nachmittag hatte ich einen Bürgermeister besucht und gefragt, wie er seine Dorf-Verwaltung finanziere. Er sagte mir, dass er keine Mitarbeiter habe, denn er könne sie nicht bezahlen — nur eine Sekretärin. Das Dorf habe zwar etwa 2.000 ha Ackerland, aber das sei an den Pferderennverein in Kiew verpachtet. Der könne z. Z. nichts zahlen. Ich schlug ihm vor, bei Gericht die Pacht einzutreiben. “Das geht nicht”, meinte er, “weil der Verein staatlich ist. Und gegen den Staat kann man nicht klagen. Der befiehlt.” Meine Zuhörer wussten das.
Das Problem stammte noch aus der Sowjet-Diktatur. Sie staunten, als ich ihnen sagte: “In Deutschland — und in demokratischen Ländern — kann jede natürliche oder juristische Person vom Staat ihr Recht einklagen: Bei uns kann z.B. jeder Rentner den Staat verklagen. Denn auch Regierungen müssen die Rechtsordnung einhalten!
1891 hatte Papst Leo XIII. mit seiner Enzyklika „Rerum Novarum“ auf die Not vieler Industrie-Arbeiter geantwortet. Er verurteilte das ungezügelte Gewinnstreben vieler Unternehmer (extremer Liberalismus). Jeder Mensch ist als Person ein Ebenbild Gottes, hat eine unveräußerliche Würde und hat in der Gesellschaft Rechte. Diese dürfen ihm auch nicht vom Staat (wie im Kommunismus) genommen werden: Personalitäts-Prinzip.
Wir sprachen auch über die Solidarität, das 2. Prinzip, das den Einzelnen wie die Gemeinschaft in die Pflicht nimmt: Alle sitzen in einem Boot. Die Starken müssen rudern und die Schwachen mitnehmen. Im Grundgesetz steht: Eigentum verpflichtet.
Am längsten sprachen wir über das Subsidiaritäts-Prinzip, dem Recht der kleineren Lebenskreise. Z. B. Was darf der Staat den Familien vorschreiben? Wie wird politische Verantwortung zwischen Zentrale und Stadt geteilt? Der kleineren Gemeinschaft darf nicht genommen werden, wozu die eigene Leistungsfähigkeit reicht.
Nun sind 30 Jahre vergangen. Die jungen Leute von damals haben ihr Land mit aufgebaut und dabei viele öffentliche Auseinandersetzungen durchlebt. Ich bete, dass die guten und erfolgreichen Arbeiten für eine moderne Ukraine nicht durch Russlands Angriffskrieg zerstört werden.
Zur Kath. Soziallehre sind neue Probleme gestoßen, auf die die Päpste Antworten anbieten. Etwa: Armut und Hunger, Krieg und Frieden, Bewahrung der Schöpfung, Konzentration der Finanzen, Diskriminierung von Frauen …
Heinrich Günther
