KKV-Aktuell Juni 2026


Foto: Lutz Engel­hardt

Zum Titelbild

Will­kom­men!

Der Eis­kel­ler der ehe­ma­li­gen Vic­to­ria-Braue­rei befin­det sich auf dem städ­ti­schen Grund­stück Zie­ren­berg­stra­ße 69 in 31137 Hil­des­heim.
Der Ein­gang ist in der Eller Stra­ße 47. Das Titel­bild zeigt den Ein­gang.

Am 04. Juli 2026 ab 15.30 Uhr fei­ern wir unser all­jähr­li­ches Som­mer­fest im Fel­sen­kel­ler auf dem Moritz­berg, es ist ein ehe­ma­li­ger Eis­kel­ler. Schon 2016 waren wir dort, hat­ten eine inter­es­san­te Füh­rung und haben das Bier pro­biert. Nun also wie­der die­ser Ort. Inzwi­schen, so berich­tet unser Vb Lutz Engel­hardt, Mit­glied im Ver­ein zur Erhal­tung des Eis­kel­lers der ehe­ma­li­gen Vic­to­ria Braue­rei Hil­des­heim-Moritz­berg e.V., hat sich viel getan: der Eis­kel­ler wur­de wei­ter restau­riert, der Ein­gang neu­ge­stal­tet. Der Eis­kel­ler steht in¬zwischen unter Denk­mal­schutz. Laut einer Diplom-Arbeit ist kein ver­gleich­ba­res Bau­werk in Deutsch­land bekannt.

Über die Geschich­te und vie­les mehr fin­det man Infor­ma­tio­nen auf der neu­ge­stal­te­ten Home­page: www.felsenkeller-moritzberg.de
Der Vor­stand des KKV Hil­des­heim lädt alle Mit­glie­der herz­lich ein.

Regi­na Mich­al­ski

Vorwort

Lie­be Ver­bands­schwes­tern und ‑brü­der!

Die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re – wert­vol­le Ori­en­tie­rung, aber kein beque­mes Patent­re­zept

Oft ver­wei­sen Ver­ant­wort­li­che in der katho­li­schen Kir­che auf die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re – in der Regel ver­bun­den mit einer For­de­rung im sozia­len Bereich.

Aber was besagt die katho­li­sche Sozi­al­leh­re wirk­lich, wird sie immer rich­tig ver­stan­den? Was kann man sinn­voll davon ablei­ten? Sicher mehr als der
Apell, „die Armen” zu sehen und mit ihnen zu tei­len. Die Fra­ge ist schwie­rig, aber loh­nend:
Als Bei­spiel hier nur ein zen­tra­ler Gedan­ke aus dem Gesamt­kon­zept, das dicke Bücher füllt:
Grund­la­ge der Katho­li­schen Sozi­al­leh­re ist das christ­li­che Men­schen­bild:
Der Mensch ist Per­son, also ein Indi­vi­du­um, das für sei­ne Ent­fal­tung die Mög­lich­keit zu frei­en per­sön­li­chen Ent­schei­dun­gen benö­tigt. Ent­schei­dungs­frei­heit bedeu­tet aber immer auch per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung. Die eige­ne Frei­heit darf nicht die Frei­heit ande­rer ein­schrän­ken oder ande­ren scha­den. So zeigt sich mora­li­sches Ver­hal­ten.

Der Mensch ist aber genau­so ein Sozi­al­we­sen: Er ist immer auf die Gemein­schaft mit ande­ren Men­schen ange­wie­sen, nicht nur als Kind und im Alter, son­dern in unter­schied­li­cher Form in allen Pha­sen sei­nes Lebens. Die Ver­ant­wor­tung für sich selbst ist des­halb untrenn­bar ver­bun­den mit einer Mit­ver­ant­wor­tung für die Gemein­schaft. Wir nen­nen das Soli­da­ri­tät.

Per­so­na­li­tät und Soli­da­ri­tät ste­hen dabei nicht im Wider­spruch, son­dern müs­sen immer wie­der aus­ba­lan­ciert wer­den. Die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re bie­tet dafür eine klu­ge Regel, die Sub­si­dia­ri­tät: Was der Ein­zel­ne oder die klei­ne­re Gemein­schaft selbst leis­ten kann, dafür sol­len sie auch die Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Erst wenn die Mög­lich­kei­ten der klei­ne­ren Ein­heit über­schrit­ten wer­den, ist die Soli­da­ri­tät der über­ge­ord­ne­ten Insti­tu­ti­on gefor­dert. Sub­si­dia­ri­tät gilt für die Fami­lie, pri­va­te Orga­ni­sa­tio­nen und natür­lich staat­li­che Insti­tu­tio­nen auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne.

Kann das alles in der Pra­xis funk­tio­nie­ren? Ja, sehr gut! Aber nicht als Patent­re­zept. Mit Per­so­na­li­tät, Soli­da­ri­tät und Sub­si­dia­ri­tät lie­fert die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re ent­schei­den­de Kri­te­ri­en für die Gesell­schafts­ord­nung. Die­se müs­sen aller­dings für jede kon­kre­te Ent­schei­dung ver­ant­wort­lich gegen­ein­an­der abge­wo­gen wer­den. Das erfor­dert immer wie­der Sorg­falt, Ehr­lich­keit, Offen­heit und Sach­ver­stand. Die poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen und Ent­schei­dun­gen zei­gen, dass die­ses nicht immer gelingt: Soli­da­ri­tät ohne per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung kann zu Bequem­lich­keit, Bevor­mun­dung oder Über­schul­dung des Staa­tes füh­ren. Per­sön­li­che Frei­heit ohne Soli­da­ri­tät kann Will­kür, Aus­beu­tung und eine Spal­tung der Gesell­schaft brin­gen.

Die Katho­li­sche Sozi­al­leh­re gibt eine wich­ti­ge Ori­en­tie­rung – auch für gut­wil­li­ge Men­schen außer­halb der christ­li­chen Kir­chen. Aber die Anwen­dung ist nicht bequem. Das liegt nicht an der Katho­li­schen Sozi­al­leh­re, son­dern dar­an, dass unse­re Welt kom­plex ist und wir sie trotz­dem – oder gera­de des­halb – ver­ant­wort­lich gestal­ten müs­sen …

Freund­li­che Grü­ße und Kreuz­schiff vor­aus
Tho­mas Mich­al­ski

P.S.: Als klei­ne Denk­auf­ga­be kön­nen Sie ja mal über­le­gen, wie die­se Kri­te­ri­en der Katho­li­schen Sozi­al­leh­re bei eini­gen aktu­el­len poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen berück­sich­tigt wur­den.
Viel­leicht ist das auch mal ein The­ma für unse­ren KKV-Stamm­tisch.