KKV-Aktuell, Ausgabe 12-2019

Fotos: Thomas Michalski

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Am 6. Dezember feiern wir das Fest des heiligen Nikolaus. Nun gibt es in Hildesheim neben der Kirche St. Nikolaus in Drispenstedt zu Ehren dieses Heiligen noch ein Nachfolgegebäude der Nicolai-Kapelle und daneben das frühere Nicolai-Hospital
Die Statue des Hl. Nikolaus, abgebildet auf dem Titelbild, befindet sich über dem Eingang des Gebäudes, Godehardsplatz 9, dem ehemaligen Nicolai-Hospital (1456 an diese Stelle verlegt), dass das Hospital des St-Godehard-Klosters der Benediktiner war. Später wurde es mit dem Fünf-Wunden-Hospital zusammengelegt und ab 1911 als Amt der Landesbauinspektion genutzt. Das Gebäude wurde beim Bombenangriff 1945 nicht zerstört und nach erfolgter Renovierung ist dort heute eine Schule für Heilberufe untergebracht.
Neben den Vereinigten Hospitälern findet sich die ehemalige Nicolai-Kapelle (Hinterer Brühl 13). Sie diente ab 1146 oder 1150 zunächst als Hospitalkirche, später war sie Pfarrkirche. Nach einer wechselvollen Geschichte (nach der Reformation wird sie protestantisch, nach Protesten kommt sie zum Godehardi-Kloster, nach der Säkularisation wird sie in Privatbesitz verkauft, am 22. März 1945 wurde sie ausgebrannt) wurde das Gebäude mit drei Wohnungen in den 60-iger Jahren wiederaufgebaut.

Regina Michalski

Advent: Navi neu programmieren!

Das Geburtsfest Jesu wird gefeiert, seit die ersten Konzile feststellten: Jesus, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren aus der Jungfrau Maria. Das Konzil von Ephesus (431) nennt Maria „Gottesgebärerin“. Papst Liberius setzte im Jahr 354 den Termin des Weihnachtsfestes auf den 25. Dezember fest. Die Wintersonnenwende bot sich als Datum an: Jesus nennt sich selbst „das Licht der Welt“. Was die Kirche glaubt, das will sie auch feiern.
Beim Autofahren schaut man vor Abfahrt in den Rückspiegel, dann aber nach vorn. Der Advent macht uns die Spannung unseres Glaubens bewusst zwischen „Schon“ und „Noch nicht“; er lenkt unseren Blick nach vorn zu dem, was auf uns „zukommt“, also unsere Zukunft.
Die Programmierung des Navi hilft mir bei Fahrten zu unbekannten Zielen. Bei den ersten Anweisungen der freundlichen Stimme lächle ich noch: hier kenne ich mich doch aus. Aber in der fremden Stadt bin ich froh, zum richtigen Ziel gelotst zu werden.
Habe ich meinen Advent-Navi schon richtig programmiert, also das eigentliche Ziel eingegeben? Wenn wir am Heiligen Abend hören: „Sie haben Ihr Ziel erreicht,“ dann hätten wir den Navi wohl nicht gebraucht. Der Advent will uns weiter bringen und neue Ziele erschließen. Lieder, Gebete und Bibelworte wollen uns die Augen öffnen für menschliche Not und in uns (neu) die Sehnsucht wecken zu dem, was der Glaube uns verspricht.
Ich denke z.B. an das Lied „Kündet allen in der Not“ von Friedrich Dürr GL 221:

1. Kündet allen in der Not. Fasst Mut und habt Vertrauen, bald wird kommen unser Gott; herrlich werden wir ihn schauen. Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
2. Gott naht sich mit neuer Huld, dass wir uns zu ihm bekehren. Er will lösen unsre Schuld, ewig soll der Friede währen.
3. Aus Gestein und Wüstensand werden frische Wasser fließen. Quellen tränken dürres Land, überreich die Saaten sprießen.
4. Blinde schaun zum Licht empor, Stumme werden Hymnen singen, Tauben öffnet sich das Ohr, wie ein Hirsch die Lahmen springen.
5. Gott wird wenden Not und Leid. Er wird die Getreuen trösten, und zum Mahl der Ewigkeit ziehen die vom Herrn Erlösten.

Unser Glaube sagt uns: Wir sind unterwegs zur Begegnung mit Jesus. Er wird wiederkommen und seine ewige Herrschaft antreten. So beten wir im Vaterunser: „Dein Reich komme!“ Wir Christen erneuern die Hoffnung auf unseren HERRN. Wir lernen, auf ihn zu hören – wie auf einen Navi. Selbst wenn wir „von der Strecke abgekommen“ waren, dieser „Navi“ weist uns den Weg zum Ziel, auch wenn die Stimme manchmal sagt: „Bitte wenden!“ Er wird uns nicht in die Irre führen. Je näher wir dem Ziel kommen, um so spannender wird es.
Beim Programmieren Ihres „Navi“ und bei seinen Ansagen: Gute Erfahrungen! Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen

Ihr Prälat Heino Günther.

Einladung.
Wir feiern Advent!

Alle KKVerinnen und KKVer sind zur diesjährigen Adventsfeier
am zweiten Adventssonntag, 08. Dezember 2019 um 16.00 Uhr in das Pfarrheim St. Mauritius, Bergstr. 58, herzlich eingeladen. Parkplätze stehen auf dem Gelände der Mauritiusschule, Bergstr. 60, zur Verfügung.
Als Traditionsveranstaltung ist der Ablauf in jedem Jahr ähnlich. In diesem Jahr singen wir mit Frau Katharina Hillebrandt Adventslieder zur Gitarre.
Bitte melden Sie sich umgehend bei Vb Heinz Grande oder Vb Karl Klodwig an, damit wir planen können.

Freuen Sie sich auf eine besinnliche Stunde im KKV!
Ansprechpartner: Vb Thomas Adamski

Einladung zur Krippenfahrt des KKV Diözesanverbandes am 11. Januar 2020

Unsere Krippenfahrt führt uns am Samstag, 11.01.2020 in den westfälischen Wallfahrtsort Werl und nach Liesborn. Liesborn ist ein Ort in der Gemeinde Wadersloh und liegt im Kreis Warendorf.
Mit Werl verbindet vor allem das Stift Hildesheim eine inzwischen über 300-jährige Wallfahrtstradition und die als Damenstift gegründete Abtei Liesborn geht im Gründungsjahr wie Hildesheim auf das Jahr 815 zurück. Wir werden diesmal drei Weihnachtskrippen besuchen:

Werl, Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung
Werl, Propsteikirche St. Walburga
und Liesborn, Abteikirche Ss. Cosmas und Damian

Wegen der etwas weiteren Entfernung ist diesmal eine Ganztagsfahrt vorgesehen. Wir starten um 08.00 Uhr ab Parkplatz am Café Del Sol, Frankenstraße 43a, Hildesheim. Die Rückkehr ist für etwa 21.00 Uhr geplant. Diakon Dr. Rolf Busemann, geistlicher Beirat des DV, wird uns begleiten und uns wiederum theologische Impulse zu den Krippen geben. Er nimmt diesmal die Heiligen Drei Könige besonders in den Blick. Eine herzliche Einladung gilt auch unseren Verbandsschwestern und -brüdern aus Braunschweig und Elze /Gronau.
Anmeldungen bitte möglichst umgehend an Vb Heinz Bertram, Tel. 05066 / 6005932 oder heinz@bertram-hamm.de
Der Preis für die Ganztagsfahrt beträgt 35,00 € p.P. und beinhaltet die Fahrt, das Mittagessen, das Abendessen und das Kaffeetrinken. Es wird im Bus eingesammelt!

Herzliche Einladung! – Bitte melden Sie sich an!
Heinz Bertram

Weihnachtsgruß

In der Heiligen Nacht tritt man gern einmal aus der Tür und steht allein unter dem Himmel, nur um zu spüren, wie still es ist, wie alles den Atem anhält, um auf das Wunder zu warten.
Karl Heinrich Waggerl

Gesegnete Weihnachten wünscht Ihnen und Ihren Familien
der Vorstand der OG Hildesheim

KKV-Aktuell, Ausgabe 11-2019


Foto: Lutz Engelhardt

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Das Titelbild zeigt den KKV-Treff von außen. Der Raum des KKV im Gemeindehaus von Hl. Kreuz, Kreuzstr. 4, wurde am 22.06.2002 von der KKV OG Hildesheim bezogen, nachdem er vom damaligen Geistlichen Beirat des Diözesanverbands, Pastor Fidelius Oppermann, geweiht worden war. Wir sind Gäste der Gemeinde Hl. Kreuz bzw. der Pfarrei St. Godehard.
Heute wird der Raum für Treffen am Samstagmorgen von 10.00 bis 11.30 Uhr genutzt, für Sitzungen in kleinerer Runde auch des Diözesanverbands, zur Aufbewahrung von Dingen, die dem Verband gehören, z.B. die Fahnen und die Roll Ups, als Postadresse und was sonst noch so anfällt.
Die Blumenpracht vor den Raum verdanken wir der Gemeindesekretärin von Hl. Kreuz, die dafür gesorgt hat, dass der Schandfleck mit Unkraut und Müll verschwand. Alle Mitglieder, die samstags zum KKV-Treff kommen, freuen sich immer wieder über die schönen Pflanzen.
Vielleicht kommen Sie auch einmal vorbei?

Regina Michalski

Vorwort und Einführungstext zum Bibeltag
am 23.11.2019

Liebe Schwestern und Brüder im KKV,

im kommenden Kirchenjahr 2019/20 wird wieder das Evangelium nach Matthäus gelesen. Wenn wir auch die Person des Verfassers und seine Lebensdaten nicht kennen, so lassen sich doch aus seiner Schrift interessante Rückschlüsse auf ihn, seine Herkunft, sein Denken, seine Glaubenswelt sowie seine Christengemeinde und deren Anliegen entnehmen.
Uns ist das Matthäusevangelium deshalb so kostbar, weil der Evangelist neben dem Evangelium nach Markus aus dem Jahr 70 nach Christus eine weitere, noch viel ältere Quelle aus der Zeit der allerersten Christen des ersten Jahrhunderts in seine Schrift einarbeitet, die sog. Spruchquelle Q. Diese Quelle enthält viele Worte des historischen Jesus mit normativem Charakter für die praktische christliche Lebensgestaltung.
Darüber hinaus wird bei der Lektüre des Evangeliums deutlich, dass Matthäus, wie Jesus selbst, als Jude im Judentum beheimatet ist, ja wahrscheinlich sogar jüdischer Schriftgelehrter war und dann Jünger Jesu wird. Darauf deutet u.a. der Satz: „Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrter, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt“ in Mt 13,52 hin. Der „Schatz“ ist die Bibel aus der „Neues“ wie „Altes“ hervorgeholt wird. Matthäus ist daher näher am historischen Jesus als die anderen drei Evangelien nach Markus, Lukas und Johannes.
Unser Bibeltag am Samstag, den 23. November von 09:30 – 16:30 Uhr im Mutterhaus der Vinzentinerinnen mit dem Geistlichen Beirat des KKV-Diözesanverbandes, Diakon Dr. Rolf Busemann, will dazu beitragen, der Verkündigung des Evangelisten Matthäus und damit der Botschaft Jesu und ihrer Bedeutung für unser Leben als Christen auf die Spur zu kommen: Altes, das es zu bewahren gilt, und Neues, das uns den Weg in die Zukunft weist.
Sie sind dazu herzlich eingeladen!

Ihr Diakon Dr. Rolf Busemann

Kann uns ein Wirtschaftswissenschaftler etwas zu Glaubensfragen sagen?

Eindrücke vom KKV-Samstagsforum

Auch 2019 fand das KKV-Samstagsforum im Hildesheimer Rathaus statt, denn wichtige Themen wollen wir „in der Mitte der Stadt“ diskutieren. Es war eine Ehre für den KKV, dass uns OB Dr. Ingo Meyer dort persönlich begrüßte und auch noch einige Zeit an der Veranstaltung teilnahm.
Zu unserem Thema „Himmel 4.0 – Wie die Digitalisierung zur Chance für das Evangelium wird“ erlebten wir einen engagierten und spannenden Vortrag des Wirtschaftsjournalisten und Autors Erik Händeler, der auch KKV-Verbandsbruder ist.
In eindrucksvoller Sprache und mit vielen anschaulichen Beispielen gab er einen schwungvollen Überblick über die Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahrhunderte bis heute – und die damit verbundenen Umbrüche in Gesellschaft und in Kirche. Für die aktuelle Situation zeigte er auf, dass wir uns zunehmend in einer Wissensgesellschaft befinden, in der die Arbeit in der „gedachten Welt“ stattfindet: analysieren, Probleme lösen, Spezialwissen erwerben und gezielt anwenden. Die Arbeit geht uns nicht aus, denn wir werden immer genug Probleme haben, aber die Arbeit ändert sich.
Wichtigster Faktor für Erfolg und Wohlstand ist nicht mehr die Technik, sondern sind die Menschen hinter der Technik. Genauer: Die gute Zusammenarbeit zwischen den Menschen und eine konstruktive Streitkultur, denn komplexe Probleme lassen sich nur noch gemeinsam lösen. Erfolgreiche Wirtschaftsunternehmen stellen sich aktiv auf diesen Trend ein. Das wird auch die Gesellschaft und die Kirche verändern. Händelers verblüffende aber gut begründete These: Die Verhaltensweisen, die für die Arbeit in der Wissensgesellschaft gefordert sind, entsprechen der Ethik des Evangeliums, das damit eine ganz neue Relevanz bekommt.
Ein Blick in die Gesichter der etwa 40 Zuhörer zeigte gespanntes Zuhören, Stirnrunzeln, Lachen und viel zustimmendes Kopfnicken. Händelers Thesen bewegten etwas in den Köpfen. Denkanstöße nicht nur zu Wirtschaft und Gesellschaft, sondern auch zu Glaubensfragen.
Kann uns ein Wirtschaftswissenschaftler etwas zu Glaubensfragen sagen? Ein klares Ja! Mehr noch: Der Glauben ist so wichtig, dass man ihn nicht allein den Theologen überlassen kann, sondern ihn mit Wirtschaftswissenschaftlern, Kaufleuten, Ingenieuren und vielen „Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung“ diskutieren muss! Jedenfalls dann, wenn unser Glauben sich nicht nur auf Beten, Kirchgang und Almosengeben reduziert, sondern eine gestaltende Kraft in der Gesellschaft sein soll. Wo wäre ein besserer Ort, um diese Diskussion zu starten, als im KKV.

Thomas Michalski

Was sagt das Evangelium zu guter menschlicher Zusammenarbeit in Wirtschaft und Gesellschaft?

Einige Beispiele:

Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein (Jak 5,12)
Verlässlichkeit und Offenheit in den Aussagen und ehrliches, gemeinsames Bemühen um die Wahrheit als Basis einer soliden Zusammenarbeit

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst (Mt 22,39)
Selbstliebe ist wichtig, im Sinne von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Auf dieser Basis muss man den Anderen auf Augenhöhe begegnen und ihnen ihre Eigenarten und ihre persönliche Entfaltung in gleicher Weise zugestehen und sie darin unterstützen.
Streitkultur: Auch bei Streit in der Sache die Person würdigen, niemanden niedermachen, selbst wenn er mal Unrecht hat. (beim nächsten Mal könnte man selbst unrecht haben . . .)

Wer von euch der Größte sein will, sei der Diener aller (Mt 23,11)
Ein neuer Blick auf Hierarchie: Nicht Macht, sondern Zusammenarbeit in verschiedenen Rollen und Ebenen, keine Über- und Unterordnung, sondern gegenseitige Wertschätzung.

Siebenundsiebzig mal verzeihen (Mt 18,22)
Auch wenn es schwerfällt: Bei Konflikten sich immer wieder vertragen und „zusammenraufen“. Nicht nachtragend sein, der Beziehung und der Zusammenarbeit
immer eine neue Chance geben.

Und viele, viele andere Stellen – angefangen von den Zehn Geboten . . .

Haben Sie das Neue Testament schon mal unter diesem Gesichtspunkt gelesen und diskutiert?
Wenn man bedenkt, wie viel Zeit und Energie durch schlechte Zusammenarbeit und fehlende Streitkultur verschwendet wird – in der Wirtschaft, in der Politik und auch in der Kirche – ist das sicher lohnend.

Thomas Michalski