KKV-Aktuell, Ausgabe 1-2022

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Kloster Lamspringe

Das ehemalige Kloster Lamspringe wurde bereits in den 890er Jahren urkundlich erwähnt. Als Benediktinerinnenkloster erlebte es seine Blütezeit im 12. und 13. Jahrhundert. Der Konvent umfasste bis zu 180 Nonnen und machte es zu einem florierenden Wirtschaftsbetrieb. Während dieser Zeit galt es als das erfolgreichste Nonnenkloster im Bistum Hildesheim. Ab dem 14. Jh. ging es wirtschaftlich stetig bergab: Zwist, Kriege und Fehden waren die Ursachen. Zwischen 1519 und 1523 wurde das Kloster geplündert und niedergebrannt.
Während der Reformation wurde das Kloster in ein ev. Damenstift umgewandelt und wurde bis zum Dreißigjährigen Krieg wieder ein gut gehender Wirtschaftsbetrieb. Am Ende war das Kloster in einem desolaten Zustand.
1643 wurde das Kloster wieder katholisch und bekam Unterstützung aus England.
Englische Benediktinermönche kamen nach Lamspringe, sie waren aus England vertrieben worden. Sie bereicherten das geistliche und weltliche Leben und ließen wegen des großen Erfolgs des Klosters eine barocke Klosterkirche erbauen.
Die Klosterkirche stammt aus dem Jahr 1670 und enthält eine der künstlerisch wertvollsten barocken Ausstattungen des Landes. Wir wollten mit der KKV-Krippenfahrt die Krippe der Klosterkirche besuchen. Diese Fahrt fällt leider aus.
Das Kloster wird heute für weltliche Zwecke genutzt, die Klosterkirche gehört zur Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt in Bad Gandersheim.

Regina Michalski

Vorwort

Liebe KKVerinnen und KKVer,
üblicherweise gibt es am Jahresanfang einige Informationen zur KKV Ortsgemeinschaft, oft in Vorbereitung unserer Jahreshauptversammlung: Wir haben am 1.1.2022 163 Mitglieder, 7 weniger als vor einem Jahr (5 altersbedingte Austritte, 2 Verstorbene). Der Altersdurchschnitt beträgt 70 Jahre, der „Median“ des Alters 74 Jahre, d.h. die Hälfte der KKV-Mitglieder ist unter 74, die andere Hälfte über 74 Jahre. Die Kassenlage des KKV ist solide (kein Wunder ohne Veranstaltungen!) und erfreulicherweise sind für die laufende Spendenaktion für den Sozialdienst Katholischer Frauen schon über 1300 EUR zusammengekommen. Dank an alle großzügigen KKVer/innen.
Und sonst? Unser Verbandsleben blieb auch in 2021 coronabedingt sehr eingeschränkt. Es gab nicht einmal eine Jahreshauptversammlung, aber immerhin konnten wir im November wieder ein schönes Stiftungsfest feiern. Im zweiten Halbjahr gab es einige Treffen unsers KKV-Gesprächskreises und der KKV-Stammtisch konnte wieder ein paarmal stattfinden. Vorher hatten wir in einigen Monaten einen „virtuellen Stammtisch“ per Videokonferenz ausprobiert. Eine völlig andere Art von Veranstaltung, aber in gewisser Weise auch eine positive Erfahrung: Wir erreichten einige Teilnehmer, die sonst nie am Stammtisch teilgenommen haben, weil sie z.B. weiter entfernt wohnen. Und – nach ein wenig Übung mit der Technik – kamen auch dabei intensive, gute Gespräche in Gang. Eins von vielen guten Beispielen dafür, dass die Corona-Krise nicht nur Einschränkungen bringt, sondern manchmal auch neue Möglichkeiten erschließt – wenn man aufgeschlossen und flexibel ist. Nicht als Ersatz, aber als sinnvolle Ergänzung!
Eine belastbare Planung für 2022 ist noch nicht möglich. Trotzdem: Am 28.03.2022 (Termin schon mal vormerken!) wollen wir eine Jahreshauptversammlung abhalten, im April wieder zu einem Vortrag einladen und im Mai zur Maiandacht. Unser Veranstaltungsausschuss entwickelt viele Ideen – trotz aller Unsicherheiten. Wir hoffen, unser Vereinsleben mit Bildungsveranstaltungen, Gottesdiensten, Begegnungen und sozialen Aktionen wieder aufnehmen zu können. Für die KKV-Mitglieder – und hoffentlich können wir auch einen weiteren Kreis von Interessenten ansprechen! Gute Ideen und Initiativen sind dazu immer willkommen.
Eine wichtige Frage steht in 2022 an: wer kann sich wie in den KKV einbringen?
Die Vorstandsmitglieder des KKV werden für zwei Jahre gewählt, wobei in jedem Jahr die Hälfte der Mitglieder zur Wahl steht. Nach Ausfall der JHV 2021 steht in 2022 also der gesamte Vorstand zur Neuwahl an. Ich persönlich werde nach 10 Jahren nicht mehr für den Vorsitz kandidieren, bleibe aber natürlich dem KKV verbunden und dort engagiert.
Auch im Diözesanverband steht in 2022 eine Neuwahl des Vorstands an, da der alte Vorstand nicht wieder kandidiert. Auch hier sind engagierte Kandidaten gesucht.
Übrigens: Unser Stiftungsfest im November war das 135.! – Das relativiert zwei Jahre Corona-Einschränkungen. Der KKV konnte sich immer wieder auf die wichtigen Fragen der jeweiligen gesellschaftlichen und kirchlichen Situation ausrichten. Erhalten wir uns also Zuversicht und Gottvertrauen – und die Offenheit für Neues!
Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes neues Jahr 2022

Thomas Michalski
Vorsitzender KKV OG Hildesheim

KKV-Aktuell, Ausgabe 12-2021


Foto: Thomas Michalski

Zum Titelbild

In diesem Jahr haben wir für das Titelbild im Dezember ein Foto der Dom-Krippe von 2020 ausgesucht. Es ist die Corona-Sparversion der sonst üblichen Krippe. Sie beschränkt sich auf das Wesentliche: Jesus, Maria, Josef und ein Hirte mit Schaf, stellvertretend für die Besucher der Krippe.
Üblicherweise füllt die Dom-Krippe eine südliche Seitenkapelle fast vollständig aus und stellt eine ganze Landschaft mit vielen Figuren dar: Maria und Josef, Ochs und Esel, mehrere Hirten und Schafe, ein Engel, ein Schweifstern, die Hl. Drei Könige und das Kamel.
Wie wird es in diesem Jahr sein? Schauen wir bei einem Besuch des Hildesheimer Mariendoms nach.

Gesegnete Weihnachten
Regina Michalski

Liebe KKVerinnen und KKVer!

Advent ist die Zeit der Erwartung

Ich muss warten: auf den Arzt, auf eine Antwort, auf die Zahlung … Wir warten zeitlebens auf etwas oder jemanden. Advent sollte Wartezeit sein. Anders als Weihnachten, dem Fest der Begegnung. Jedenfalls sollte es so sein! Warten – nicht Begegnung. Sehnen – nicht Erfüllung. Gefangen – nicht frei.
So vieles muss noch erledigt werden, nicht nur Privates, auch im öffentlichen Bereich. Weltweit haben sich die Probleme vervielfacht: Kriege, Katastrophen, Zerstörung. Sie sagen: „Mit der Welt steht es eine Minute vor zwölf.“ Kinder protestieren: „Ihr macht unsere Zukunft kaputt.“ Man hört: „Ich geh dann mal die Welt retten!“
Alle sind so mit einem Thema beschäftigt. Das macht uns irgendwie hilflos, ohnmächtig. Was kann ich schon tun? Ich fühle mich gefangen in dieser Bedrohung, kann nicht ausbrechen. Die Tür zu einem freien und erfüllten Leben scheint zugeschlagen, verriegelt.
Wir singen im Adventslied: „Hier leiden wir die größte Not, ach, komm, führ uns mit starker Hand vom Elend zu dem Vaterland! O Heiland reiß die Himmel auf. Brich Schloss und Riegel, tritt hervor!“ Friedrich Spee schreibt so im Dreißigjährigen Krieg.
Wer glaubt sieht nicht nur, was schief ging damals und was schief geht heute. Er lebt mit einer Zusage und weiß um das Kommende. Hoffnung ist lebendig. Kirche lebt in der Erwartung, weil sie Gottes Wort glaubt. Ihre Grundhaltung ist adventlich.
Erwarten ist nicht Abwarten, sondern intensives Nachdenken und Sich-Bewusstwerden der inneren Zusammenhänge. Also nicht hängenbleiben am ersten äußeren Eindruck, sondern sich bereiten auf die Situation, in der es darauf ankommt. Dabei muss klar sein, wir überschätzen uns, wenn wir glauben alles regeln und beherrschen zu können. Das bewahrt uns vor leerem Aktionismus.
Glauben bedeutet: Sicher werden an Gott. Je mehr uns aufgeht, wie gefährdet und bedroht wir und unsere Welt sind, umso stärker wird unser Bedürfnis nach Sicherheit. Wie sehr wir uns auch abschirmen und verteidigen, unsre Kraft wird nicht reichen: Kein Mensch kann den Tod bezwingen.
Das bedeutet nicht, dass wir nichts tun sollen. Aber wir wissen, dass unsere Maßnahmen nur begrenzt wirken; wir sollen sie noch einmal von Gott her befragen und nicht blind loslegen.
Die Bibel weiß darum, wie zerbrechlich wir Menschen und unser Leben sind. Sie lenkt uns zu Gott und der Geschichte, die er mit den Menschen hat. Bei ihm können wir wirklich Halt und Geborgenheit finden. Nur eine Vernunft, die mit Gott rechnet, ist tragfähig.
Wir Menschen neigen dazu, unsere Sicherheit nicht aus der Hand zu geben. Glauben ist, sein Leben „in Gottes Hand“ zu legen und ihn als unseren Verbündeten zu wissen.
Advent ist die Zeit, Gott zu begegnen und ihm zuzuhören, um manches zu bedenken und besser zu verstehen. Vieles werden wir neu sehen lernen. Nehmen wir uns die Zeit, uns auf Weihnachten vorzubereiten, damit das Fest zu einer persönlichen Begegnung mit ihm wird, dessen Geburtsfest wir erwarten. Da kommt Freude auf!

Gesegnete und frohe Weihnachten! Und ein gutes neues Jahr!
Prälat Heinrich Günther