KKV-Aktuell, Ausgabe 3-2021


Foto: Thomas Michalski

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Erkennen Sie unser Titelbild auf den ersten Blick – oder erst auf den zweiten?
Es handelt sich bei dem Foto um den Blick von Nordosten, also von der oberen Kreuzstraße/vom Pelizaeusplatz auf die Apsis und das Seitenschiff der Heilig-Kreuz-Kirche. Der übliche Anblick von vorne mit der alten Choralei ist auf der Rückseite des Heftes bzw. unten zu sehen.
Unter www.st-godehard-hildesheim.de/gemeinde/orte/kirchen/kirche-zum-heiligen-kreuz lesen wir:
Die Heilig-Kreuz-Kirche gehört im Zentrum Hildesheims zu den ältesten und architekturgeschichtlich bemerkenswerten Sakralbauten. Das ursprüngliche Bauwerk diente noch im 10. Jahrhundert als östliche Torbefestigung innerhalb der Stadtmauer. Es wurde von Bischof Hezilo zu einer Kirche umgebaut und 1079 zu Ehren des Heiligen Kreuzes geweiht. Durch die Schenkung eines kostbaren Kreuzes (Hezilo-Kreuz), das sich heute im Dommuseum Hildesheim befindet, entwickelten sich die Kirche und das Stift zu einem Zentrum der Verehrung des Kreuzes Christi weit über die Grenzen Hildesheims hinaus.
Bereits seit dem 13. Jahrhundert dient die Heilig-Kreuz-Kirche den Katholiken als Gemeindekirche. Als solche blieb sie auch nach der Säkularisation des Stiftes von 1810 erhalten.
Am 22. März 1945 wurde das Gotteshaus bei einem Luftangriff auf Hildesheim fast vollständig zerstört. Die spätgotische Sakristei mit ihrer Ausstattung blieb aber erhalten. Zwischen 1952 und 1958 wurde die Heilig-Kreuz-Kirche wiederaufgebaut.
Seit dem 1. November 2014 gehört die Heilig-Kreuz-Kirche zur Pfarrei St. Godehard.
Am Samstag, 13.03.2021, wollen wir die Messe zur Fastenzeit feiern (s. Seiten 8/9). Wegen der Coronapandemie ziehen wir in die Kirche, in den vergangenen Jahren waren wir in der Alten Sakristei.
Hoffen wir, dass wir uns auch zum anschließenden Essen treffen können.
Auf ein Wiedersehen
Regina Michalski

Vorwort

Liebe KKVerinnen und KKVer!

Frühling – ein Hoffnungszeichen?

Wenn der Frühling kommt
und von den Bergen schaut,
wenn das Eis im Tal
und von den Hügeln taut,
wenn die Vöglein singe
und die Hirschlein springen
dann beginnt die schöne Frühlingszeit.
(Text: altes Volkslied aus Westfalen, Musik: Moritz Hauptmann 1792 – 1868)

Ja, wer sehnt sie nicht herbei, die Frühlingszeit nach diesem grauen Winter mit der bedrückenden Corona-Pandemie.
Keine Veranstaltungen, kein Damentreff, kein Stammtisch, kein KKV am Nachmittag!
Doch nun kommt er, der Frühling. Die Menschen atmen auf. Überall wird es grün, die Knospen sprießen, die ersten Blumen blühen. Die Schöpfung erwacht.
Da kommt mir ein Buch von Rafik Schami in den Sinn, einem Autor aus Damaskus, der schon seit 1971 in Deutschland lebt und viele, oft märchenhafte Bücher geschrieben hat.
Das Buch heißt: „Wie sehe ich aus, fragte Gott“.
Eines Tages wollte Gott wissen, wie die Wesen seiner Schöpfung ihn sahen. Er, der alles erschaffen hatte, die Sonne und die anderen Sterne, die Erde und die anderen Planeten, wusste nicht genau, was seine Geschöpfe über ihn dachten. Und so kam Gott auf die Erde, unsichtbar wie ein Gedanke und neugierig wie ein Kind.
Und dann fragt er seine Geschöpfe: „Wie sieht Gott aus?
Er trifft eine kleine Wolke, einen Schmetterling, einen Fisch, ein Schneeglöckchen und viele andere Wesen. Er bekommt wunderschöne Antworten.
Der Distelfink z. B. sagt: „Ich glaube, Gott ist der beste Gesprächspartner der Welt. Er hört immer zu, wenn Menschen, Wale, Vögel zu ihm sprechen.“
Die Maus sagt: „Wie oft denke ich im Dickicht und in den Erdlöchern dankbar darüber nach, welche Gnade er walten ließ, als er die Raubvögel groß machte. Damit ließ er uns die Hoffnung auf winzige Schlupfwinkel, auf Rettung“.
Dann fragte Gott auch noch den Regenbogen. Der antwortete: „Ein unvorstellbarer humorvoller Zauberer. Wenn es lange regnet, schenkt er seinen Geschöpfen mit meinem Farbenspiel wieder Hoffnung. Aus winzigen Regentropfen und einem langweiligen weißen Licht erschafft er mich“.
So kamen wunderbare Antworten zustande, die alle Gottes wunderbare Schöpfung priesen.
Welche Antwort würden w i r Gott auf seine Frage geben? Jetzt, da wir seit Monaten unter der Pandemie leiden, da unsere Begegnungen entfallen, wir unsere Familien nur über Telefon oder Video hören und sehen können?
Gerade schaue ich aus dem Fenster. Da sehe ich ein Eichhörnchen durch den Garten und über die Bäume hüpfen. Die Vögel flattern um das Futterhaus. Das macht mich fröhlich, und ich denke, dass es doch jeden Tag kleine Freuden gibt, die mich dankbar machen.
Frühling ist ja eine Zeit der Auferstehung, eine Zeit der Hoffnung.
Vielleicht sollten wir bewusst mit offenen Augen durch die Natur gehen. Dann käme uns sicher auch so manche Antwort auf die Frage: Wie sieht Gott aus? Ein Stoßseufzer könnte uns in den Sinn kommen: Mein Gott, wie schön ist deine Welt!
Auch Corona geht einmal vorüber!

Christa Bertram

KKV-Aktuell, Ausgabe 2-2021

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Dieser hier aufgeschriebene Text ging mir im Dezember 2020 erstmals durch den Kopf. Es war Adventszeit, Zeit des Wartens auf Weihnachten. Das Januar-Heft hatten wir gerade fertiggestellt.
Das Warten geht weiter. Worauf warten wir nach Weihnachten?
Die Kinder warten möglicherweise auf Schnee. Unser zweijähriger Enkel erlebte einige wenige Stunden Schnee in der Großstadt und sein Weg zur Kita verlängerte sich von 10 Min. auf eine gute halbe Stunde. Die Faszination war groß.
Die Erwachsenen so wie ich warten nun schon seit einiger Zeit auf den Frühling. Erste Boten des Frühlings sind in unseren Gärten der Umgebung die Winterlinge, zu sehen auf dem Titelbild. Fachbücher geben als Blütezeit für die Winterlinge Ende Februar an.
Besonders in diesen Pandemie-Zeiten wünschen wir uns Licht, Luft und Sonne, das Trübe bleibt hinter uns und das Leben auch außerhalb der vier Wände wird wieder möglich. Und damit können wir uns demnächst – im März? im April? – wieder im Freien treffen ohne all die Winterklamotten und die dicken Stiefel, die Schals und Handschuhe.
Wenn die Sonne auf die Winterlinge scheint, strahlen sie besonders schön gelb.
Neben dem Warten auf den Frühling beginnt im Februar die Fastenzeit, das Vorbereiten und Warten auf Ostern.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit.
Regina Michalski

Vorwort

Liebe KKVerinnen und KKVer,
der erste Monat des neuen Jahres neigt sich dem Ende zu, wenn Sie diese Zeilen lesen.
Noch immer bestimmt die Pandemie unser Leben, der Karneval fällt in diesem Jahr aus und die Fastenzeit, die Vorbereitung auf Ostern, beginnt Mitte des Monats. Bei den Überlegungen für dieses Vorwort bin ich auf dieses Bild von einem Verkehrsschild gestoßen, das eine Autobahnabfahrt zeigt. Eine Spur führt geradeaus und sagt mir: „Mach’s wie immer“, eine Abzweigung nach rechts: „Mach’s mal anders“.

Mach’s wie immer?
z.B. auf Süßigkeiten oder auf andere Genussmittel verzichten
oder den Mut und die Fantasie aufbringen es „mal anders zu machen“?
z.B. den Kontakt mit Familie, Freunden, Nachbarn, Verbandsbrüdern und -schwestern insbesondere in diesen Zeiten pflegen.

Wir haben zum Glück ja viele technische Hilfsmittel wie Telefon, E-Mail, Facetime, etc., die den Kontakt auch in diesen Zeiten ermöglichen.
Vielleicht haben Sie ja selbst noch viel kreativere Ideen, die Fastenzeit „mal anders“ zu gestalten, mit der wir uns auf das wichtigste Fest im Kirchenjahr vorbereiten.
Überdenken wir die Beziehung zu unserem Nächsten, zu Gott und zu uns selbst und haben die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit auch wieder mehr direkte Nähe und Beisammensein erlaubt sein wird.
Kreuzschiff voraus
Renate Willenborg