KKV-Aktuell, Ausgabe 12-2021


Foto: Thomas Michalski

Zum Titelbild

In diesem Jahr haben wir für das Titelbild im Dezember ein Foto der Dom-Krippe von 2020 ausgesucht. Es ist die Corona-Sparversion der sonst üblichen Krippe. Sie beschränkt sich auf das Wesentliche: Jesus, Maria, Josef und ein Hirte mit Schaf, stellvertretend für die Besucher der Krippe.
Üblicherweise füllt die Dom-Krippe eine südliche Seitenkapelle fast vollständig aus und stellt eine ganze Landschaft mit vielen Figuren dar: Maria und Josef, Ochs und Esel, mehrere Hirten und Schafe, ein Engel, ein Schweifstern, die Hl. Drei Könige und das Kamel.
Wie wird es in diesem Jahr sein? Schauen wir bei einem Besuch des Hildesheimer Mariendoms nach.

Gesegnete Weihnachten
Regina Michalski

Liebe KKVerinnen und KKVer!

Advent ist die Zeit der Erwartung

Ich muss warten: auf den Arzt, auf eine Antwort, auf die Zahlung … Wir warten zeitlebens auf etwas oder jemanden. Advent sollte Wartezeit sein. Anders als Weihnachten, dem Fest der Begegnung. Jedenfalls sollte es so sein! Warten – nicht Begegnung. Sehnen – nicht Erfüllung. Gefangen – nicht frei.
So vieles muss noch erledigt werden, nicht nur Privates, auch im öffentlichen Bereich. Weltweit haben sich die Probleme vervielfacht: Kriege, Katastrophen, Zerstörung. Sie sagen: „Mit der Welt steht es eine Minute vor zwölf.“ Kinder protestieren: „Ihr macht unsere Zukunft kaputt.“ Man hört: „Ich geh dann mal die Welt retten!“
Alle sind so mit einem Thema beschäftigt. Das macht uns irgendwie hilflos, ohnmächtig. Was kann ich schon tun? Ich fühle mich gefangen in dieser Bedrohung, kann nicht ausbrechen. Die Tür zu einem freien und erfüllten Leben scheint zugeschlagen, verriegelt.
Wir singen im Adventslied: „Hier leiden wir die größte Not, ach, komm, führ uns mit starker Hand vom Elend zu dem Vaterland! O Heiland reiß die Himmel auf. Brich Schloss und Riegel, tritt hervor!“ Friedrich Spee schreibt so im Dreißigjährigen Krieg.
Wer glaubt sieht nicht nur, was schief ging damals und was schief geht heute. Er lebt mit einer Zusage und weiß um das Kommende. Hoffnung ist lebendig. Kirche lebt in der Erwartung, weil sie Gottes Wort glaubt. Ihre Grundhaltung ist adventlich.
Erwarten ist nicht Abwarten, sondern intensives Nachdenken und Sich-Bewusstwerden der inneren Zusammenhänge. Also nicht hängenbleiben am ersten äußeren Eindruck, sondern sich bereiten auf die Situation, in der es darauf ankommt. Dabei muss klar sein, wir überschätzen uns, wenn wir glauben alles regeln und beherrschen zu können. Das bewahrt uns vor leerem Aktionismus.
Glauben bedeutet: Sicher werden an Gott. Je mehr uns aufgeht, wie gefährdet und bedroht wir und unsere Welt sind, umso stärker wird unser Bedürfnis nach Sicherheit. Wie sehr wir uns auch abschirmen und verteidigen, unsre Kraft wird nicht reichen: Kein Mensch kann den Tod bezwingen.
Das bedeutet nicht, dass wir nichts tun sollen. Aber wir wissen, dass unsere Maßnahmen nur begrenzt wirken; wir sollen sie noch einmal von Gott her befragen und nicht blind loslegen.
Die Bibel weiß darum, wie zerbrechlich wir Menschen und unser Leben sind. Sie lenkt uns zu Gott und der Geschichte, die er mit den Menschen hat. Bei ihm können wir wirklich Halt und Geborgenheit finden. Nur eine Vernunft, die mit Gott rechnet, ist tragfähig.
Wir Menschen neigen dazu, unsere Sicherheit nicht aus der Hand zu geben. Glauben ist, sein Leben „in Gottes Hand“ zu legen und ihn als unseren Verbündeten zu wissen.
Advent ist die Zeit, Gott zu begegnen und ihm zuzuhören, um manches zu bedenken und besser zu verstehen. Vieles werden wir neu sehen lernen. Nehmen wir uns die Zeit, uns auf Weihnachten vorzubereiten, damit das Fest zu einer persönlichen Begegnung mit ihm wird, dessen Geburtsfest wir erwarten. Da kommt Freude auf!

Gesegnete und frohe Weihnachten! Und ein gutes neues Jahr!
Prälat Heinrich Günther

KKV-Aktuell, Ausgabe 11-2021


Foto: Arno Burgi

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Laterne, Laterne
Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne,
brenne auf mein Licht,
brenne auf mein Licht,
aber nur meine liebe Laterne nicht.
um 1875

Die Lampions wurden in China im 2. Jh. erfunden und dienten der Aufnahme einer künstlichen Lichtquelle. Von dort kommend setzten sie sich auch in Europa durch.
Das gedämpfte Licht und die meist phantasievollen Formen machen den Reiz von Lampions aus. Lampions werden gern bei Festlichkeiten außer Haus verwendet. An dunklen Sommerabenden können sie im Garten verwendet werden und für stimmungsvolles Licht sorgen.
Besonders beliebt sind sie während der dunklen Jahreszeit, wenn sie im Zusammenhang mit Umzügen als stimmungserzeugende Leuchtkörper durch die Gegend getragen werden. Hierfür wird auch die Bezeichnung „Laterne“ benutzt.
Die Kinderlaterne, die meist anlässlich des Laternelaufens am Martinstag (katholisch: 11.11. in Erinnerung an Martin, Bischof von Tours; evangelisch: 10.11. Geburtstag von Martin Luther) aus Karton und buntem, transparenten Papier hergestellt wird, wird mit einer Kerze oder einer batteriebetriebenen Glühlampe beleuchtet. Letztere Variante verhindert das Verbrennen der Laterne und dicke Tränen bei den Kindern.
Historisch handelt es sich dabei um eine Nachempfindung, wie sie der mittelalterliche Nachtwächter in den Städten als Hilfsmittel benutzt hat. Heute gibt es noch viele Arten von Laternen: Straßenlaternen, Windlicht-Laternen und vielerlei Deko-Laternen

Barbara Kreutzer

Vorwort

Liebe KKVerinnen und KKVer,

manche sprechen im November vom November-Blues. Was ist das? Die Tage werden kürzer, es wird dunkler, das Licht fehlt. Am 31.10.21 endet die Sommerzeit. In der dunklen Jahreszeit steigt der Melatonin-Spiegel und sein hormoneller Gegenspieler Serotonin sinkt. Dies löst bei einigen Menschen eine trübsinnige Stimmung, ein Seelentief aus.
Außerdem kommt häufig wenig erfreuliches Wetter hinzu, es ist kühl, nass und nebelig. Und dazu kommen einige Feiertage, die uns an unsere Vergänglichkeit erinnern: Allerheilgen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag – wir gedenken der Toten in diesem meist trüben Monat.

Christian Morgenstern beschreibt den November so:

Novembertag
Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in Sinnen.
Leiser wird die Hand, der Mund,
stiller die Gebärde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde.

Wenn wir allerdings in den Kalender schauen, gibt es noch andere Feiertage im November, z.B. den Martinstag. Kinder ziehen mit Lampions durch die Straßen und erfreuen uns mit ihrem bunten Licht – was wäre das für ein Tag im Sommer.
Auch im KKV haben wir Festtage im November. In den Vor-Corona-Zeiten haben wir uns zu einer Wanderung aufgemacht und anschließend mit gutem Appetit Grünkohl genossen. Ebenso liegt das Stiftungsfest der KKV OG Hildesheim immer im November, in diesem Jahr am 14.11.21 in St. Altfrid und im Restaurant Artos. Es sind willkommene Unterbrechungen der dunklen Jahreszeit.
Einige unserer Verbandsschwestern und -brüder haben im November Geburtstag – herzlichen Glückwunsch und einen schönen Feiertag!
Persönlich hat sicher jede und jeder seinen Weg mit der Zeit umzugehen, sei es mit Tee und Buch oder Herbstspaziergängen, wenn das Wetter herbstlich und sonnig ist, oder beim monatlichen Stammtisch des KKV oder beim Kaffeeklatsch mit Freundinnen, mit einem schönen Blumenstrauß und vielem mehr.
In diesem Jahr beginnt übrigens am 28.11.21 der Advent, die Vorbereitung und das Warten auf Weihnachten, sodass man schnell auf andere Gedanken kommt.
Ich persönlich liebe es im Haus Lichterketten zu verteilen, die die Räume heller und freundlicher machen, vorzugsweise mit Stecker und Zeitschaltuhr. Und ich verteile sie auch schon mal vor dem ersten Advent.
Kommen Sie gut ohne November-Blues durch die dunkle Zeit.

Herzliche Grüße
Regina Michalski