KKV-Aktuell, Ausgabe 10-2019

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Unser Titelbild von KKVAktuell zeigt

Das Titelbild einer Bibel.

In Westeuropa stagnierten um 1200 zwar Naturwissenschaften und Philosophie, dafür entwickelte sich aber das Ingenieurwesen sehr stürmisch. Der Baumeister war in der Periode der gotischen Kathedralen eine angesehene Persönlichkeit. Deshalb ist Gott in den „Bible Moralisés illustrées“ jener Zeit (den Comic-Strip-Bibeln) oft mit einem Zirkel dargestellt
Hier ist als Beispiel die Titelseite einer berühmten gotischen Handschrift der Bible Moralisée, die zwischen 1220 und 1250 entstand, zu sehen.
Das Bild zeigt Gott als Architekten, der das Universum – Himmel, Erde, Sonne, Mond und alle Elemente [Erde, Wasser, Luft und Feuer] – mit einem Zirkelschlag messend formt. In der neu geschaffenen Welt nehmen wir drei Formen wahr: Kreis, Wellen und „Schlangenlinien“. Kreise und Wellen wurden mit kolossalem Aufwand untersucht, sie bilden die eigentliche Grundlage der Naturwissenschaften und konnten mit einem Zirkel erfasst werden. Die Schlangenlinien wurden erst im 20. Jahrhundert als Fraktale beschrieben.

Regina Michalski

Vorwort

Liebe KKV-Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser,
im Monat Oktober feiern wir wieder das Erntedankfest. Das Wort erklärt schon, worum es geht. Wir danken für die Lebensmittel, die die Bauern ernten, damit wir ausreichend zu essen haben. Ich denke aber am Erntedank auch an etwas anderes, nämlich an das „Dankbarsein“.
Immer öfter drängt sich mir der Eindruck auf, wir lebten in einer hoffnungslosen Zeit. Nicht, weil es uns so dramatisch schlecht ginge, sondern weil viele Menschen nichts mehr erwarten. Hoffnung bezieht sich nur noch darauf gesund zu bleiben, dass aus den Kindern etwas Ordentliches wird, bei manchen auch nur noch auf den nächsten Urlaub oder das nächste neue Auto. Doch wo bleibt dann die Dankbarkeit für das was besteht? Ist es nicht ein Geschenk, zu leben, gesund zu sein, Freunde zu haben? Dies ist nicht selbstverständlich! Wir alle leben doch von Geschenken, die wir unerwartet und unverdient erhalten. Sie könnten uns nachdenklich machen und Anlass sein, nach der Quelle der eigenen Lebenskraft zu suchen. Dietrich Bonhoeffer hat das einmal treffend ausgedrückt: „Dankbarkeit macht das Leben erst reich“, denn die Dankbarkeit öffnet die Augen dafür, dass „der Mensch unendlich mehr empfängt, als er gibt“.
Mir hat es persönlich die Augen geöffnet seit ich oft auf andere Hilfe angewiesen bin. Wie bin ich dankbar gegenüber Jedermann, der mir seine Hilfe anbietet, natürlich zuerst dem lieben Gott, der mir das Leben geschenkt und mir eine liebe Frau zur Seite gestellt hat. Aber auch vielen Freunden, Bekannten und der ganzen Familie, die mich erträgt und trägt, bin ich überaus dankbar. Einer meiner guten Freunde sagte nach jeder unserer Begegnung „Danke“, was mich zunächst irritierte, aber
heute auch beruhigt. Wir alle kennen das schöne Kirchenlied, das wir uns immer wieder vor Augen halten sollten und das u.a. das treffend ausdrückt: „Danke, für diesen guten Morgen, danke, für jeden neuen Tag.
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag. Danke, für alle guten Freunde, danke, o Herr für jedermann. Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann. Danke, für manche Traurigkeiten, danke, für jedes gute Wort. Danke, dass deine Hand mich leiten will an jedem Ort.
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.“
Dass Sie diese Dankbarkeit spüren, wünsche ich Ihnen von Herzen.

Kreuzschiff voraus
Vb Karl Klodwig

Aktion 1 Pfund mehr

Auch in diesem Jahr hat der KKV Hildesheim die Aktion des Guten Hirten unterstützt. Am Samstag, 10.08.2019, wurden vor dem Lebensmittelmarkt Potratz Lebensmittelspenden gesammelt. Bei fast allen Kunden stießen wir auf großes Wohlwollen, viele kennen den „Guten Hirten“ und manche bedankten sich sogar für unseren Einsatz und wünschten uns viel Erfolg. So gab es vielen großzügige Spenden: Nach etwa 4 Stunden konnten wir 20 große Kisten voller guter Lebensmittel zum Guten Hirten bringen! Außerdem gab es noch einige spontane Geldspenden für den Guten Hirten, insgesamt 96,50 Euro.
Es war also eine sehr erfolgreiche Aktion, nicht nur für den Guten Hirten, sondern auch für das Team des KKV, Vb Thomas Adamski, Vb Thomas Michalski, Vb Dietrich Quäker und Vb Harald Wehrmaker, denn so viel Freundlichkeit, Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft erlebt man nicht alle Tage! Wir danken dem Inhaber des EDEKA-Markt, Herrn Potratz, und den viele freundlichen Spendern! Vergelt‘s Gott!

Bericht vom Tag der Verbände

Lob, Dank und große Anerkennung!

Am 31.August 2019 fand auf Einladung von Bischof Heiner Wilmer im BGV der Tag der katholischen Verbände statt. Einen ganzen Samstag lang nahm sich Bischof Heiner Zeit, um „seine“ Verbände im Bistum intensiv kennenzulernen. Der KKV, vertreten durch den Diözesanverband mit H. Bertram, H. Czechak, Dr. R. Busemann und H. Flohr, präsentierte seine Grundsätze, Themen, Ziele und Aktivitäten mit ansprechenden Plakaten (Entwürfe: Th. Michalski) und einem Kurzvortrag (H. Bertram) im Plenum.
Bischof Heiner reagierte spontan auf die jeweilige Präsentation und zeigte sich äußerst beeindruckt von der Vielfalt und inhaltlichen Arbeit der Verbände.
Anschließend sprach der Bischof über seine Intentionen, seine Leitungsaufgabe im Bistum.
Ausgehend von der Frage: „Wie können wir das Evangelium heute verkünden?“, wies er auf seinen Wahlspruch hin: „Adjutores gaudii vestri“, Gehilfen! Zu Eurer Freude.
Der Bischof also, als einer von vielen im Dienst an Menschen, denen es nicht gut geht, körperlich und geistig, die Orientierung suchen. Und: Wie können wir Anlaufstelle sein für die Menschen, die hier leben?
Bei 5,2 Mio. Menschen im Bistum gibt es 600.000 Katholiken, von denen etwa 10% kirchlich aktiv sind, also 60.000. Wie sehen wir nun diese anderen? Dem Bischof geht es dabei nie um Ämter und Strukturen, sondern ausschließlich um das Evangelium und den Menschen.
Wie sind wir unterwegs? Wo gibt es Räume und Zeit, Zeit zum Zuhören? Er möchte, dass in jedem Pfarrhaus „Licht brennt“, dass Menschen vor Ort einfach da sind (vor allem auch „Laien“), dass die Kirchen offen sind und nicht nur für Eucharistiefeiern, sondern auch für Andachten, stilles Gebet, Meditation… Kirche muss vor Ort sein, weitere Fusionen soll es nicht geben!
Bischof Heiner bezieht sich dabei auf das Emmaus Evangelium als „Magna Charta“ auf der Suche nach Orientierung („Was war eigentlich an Ostern“?), um die Menschen zu begleiten. Zusammenfassend spricht der Bischof von diesen Grundhaltungen:

– Orientierung nehmen an der Bibel

– Ansetzen bei der Erfahrung der Menschen, deren Lebenswirklichkeiten

– Partizipation, gemeinsam agieren (Macht teilen, z.B. bei Vergabe von
Finanzmitteln)

– Die Richtung beibehalten, d.h. Beständigkeit ist unabdingbare Forderung.

Liebe KKVer und KKVerinnen,
Während einer Pause im Tagesablauf kam der Bischof direkt auf uns zu und wir KKVer konnten uns persönlich mit ihm austauschen.
Bischof Heiner erwähnte dann ausdrücklich die Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Sie sei ihm das wichtigste Herzensanliegen und alle Menschen sollten die Inhalte kennen: Bewahrung der Schöpfung, denn dahinter steht ein Schöpfer und Alles hängt mit Allem zusammen. Als Konsequenz gehe es um sensible Aufmerksamkeit für unsere Umwelt, die u.a. einen schlichten Lebensstil einfordere und damit auch Auswirkungen auf kirchliches Handeln haben müsse.
Als KKVer hat uns dieser Aspekt in den Ausführungen des Bischofs besonders gefreut, sind wir doch mit unserem Gesprächskreis (Christ sein in unserer Welt) voll in der Spur mit unserem aktuellen Thema. (Laudato si)
Zum Abschluss des Tages, der eingerahmt war von Bibeltexten, Gebeten, Fürbitten und Besuch des Gottesdienstes im Dom, zeigte Bischof Heiner noch einmal deutlich, wie wichtig ihm „seine“ Verbände sind, Zitat: „Sie haben bei mir einen Stein im Brett, und ich bin froh und dankbar, dass es Sie gibt“.
Am Ende des Tages haben wir mit einem guten Gefühl die Veranstaltung verlassen. Die Eloquenz, Persönlichkeit und Denkrichtung unseres Bischofs sind mehr als überzeugend.

Herzlich, Ihr
Heiner Flohr

Grundlagen der katholischen Soziallehre:
Wie kommt die Soziallehre zu ihren Erkenntnissen – und was bedeutet das für uns?

Mit der „katholische Soziallehre“ positioniert sich die Katholische Kirche („das Lehramt“) zu wesentlichen Fragen der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Die Aussagen dazu sind nicht spontane Ideen der jeweiligen Päpste, sondern dahinter steht eine systematische Denk- und Arbeitsweise, in der Erkenntnisse aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden:
Erste Grundlage für die Soziallehre ist natürlich der christliche Glaube, der sich aus der Offenbarung und der christlichen Überlieferung ergibt. Ein typisches Beispiel dafür ist das „christliche Menschenbild“. Zweite Grundlage ist das Naturrecht. Christen wissen, dass sich Gott nicht nur in der Schrift, sondern auch in seiner Schöpfung offenbart, dass also in der Schöpfung eine gottgewollte Ordnung erkennbar ist. Diese zu sehen und zu verstehen kann eine echte Herausforderung sein. Aktuelles Beispiel sind die Aussagen der „Umweltenzyklika“ Laudato si, die auf die komplexen Strukturen der Ökosysteme eingeht, in denen auch der Mensch lebt – und Verantwortung übernehmen muss. Dritte Grundlage der Soziallehre ist die menschliche Vernunft. Ihre Aussagen „fallen also nicht vom Himmel“, sondern werden durch sorgfältiges Nachdenken und oft durch intensive Diskussionen erarbeitet. Beispiel dafür sind die klugen Überlegungen zur Wirtschaftsordnung von Oswald von Nell-Breuning, die den Aufbau der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland wesentlich geprägt haben. Die vierte Grundlage der Soziallehre besteht im Dialog mit den anderen Wissenschaften, sowohl mit den Naturwissenschaften (Physik, Ingenieurwesen, Biologie, Medizin, usw.) als auch mit den Sozialwissenschaften (Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, usw.). Ein Beispiel sind die neuen Möglichkeiten in der Medizin oder der Informatik, die man nicht verteufeln darf, sondern mühsam verstehen muss, um die Chancen und Gefahren richtig zu bewerten.
Wenn man verstanden hat, auf welchen Grundlagen die katholische Soziallehre entwickelt wird, ergeben sich zwei wichtige Folgerungen:

Aussagen und Grundlagen der Soziallehre kann und muss die Kirche (und jeder einzelne Christ) in eine konstruktive und fruchtbare Diskussion einbringen, nicht nur mit anderen Christen, sondern mit allen Menschen guten Willens! Das ist ein unverzichtbarer Beitrag zur Entwicklung der Wirtschafts- und Sozialordnung – in Deutschland und weltweit.

Jeder ist als Christ gefordert, die Soziallehre zu kennen, zu verstehen und nach Möglichkeit für sein Umfeld zu konkretisieren und anzuwenden. Jeder muss entscheiden, was dies für ihn bedeutet: als Bürger, Wähler, Arbeitnehmer, Unternehmer, Sparer, Konsument, Betriebsrat, Parteimitglied, usw.

Dass auch innerhalb der Soziallehre noch vieles verbessert werden muss, steht außer Frage. Beispielsweise die Übertragung vieler Erkenntnisse in die heutige Lebenswelt und die heutige Sprache, die Weiterentwicklung aufgrund neuer Bedingungen und nicht zuletzt der Umfang und die Qualität des „Dialogs mit den Wissenschaften“. Aber eins ist sicher: Ohne die Unterstützung und den Sachverstand der christlichen Laien kann die katholische Soziallehre nicht wirksam werden!

Thomas Michalski
Vorsitzender KKV Ortsgemeinschaft Hildesheim

Wer es genauer wissen will, dem empfehle ich den „Docat“
oder das „Kompendium der katholischen Soziallehre“
– oder das Gespräch mit anderen, sachkundigen KKVern.

 

KKV-Aktuell, Ausgabe 9-2019


Foto: Klaus-Peter Wolf

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Was sehen Sie auf dem Foto?
Die meisten werden sagen, dass sie eine Ameise sehen. Im Redaktionsteam war das so und dann wurden Assoziationen zur Ameise genannt: Teamfähigkeit, Zusammenarbeit, Emsigkeit und Fleiß. Und dann wurde angemerkt, dass man auf keinen Fall Tieren menschliche Eigenschaften zuordnen sollte. Also schauen wir weiter.
Wir sehen wunderbare runde etwas abgeflachte Wasser-Kugeln. (Topfen entstehen durch den Luftwiderstand, wenn Wasserkugeln fallen; liegende Wasserkugeln werden flach durch die Gravitation). Und dazu fallen mir Begriffe ein wie Wassermoleküle, Wasser-Dipol, Wasserstoffbrücken-
bindungen und die Oberflächenspannung, die durch nach innen gerichteten Kräften entsteht und begründet ist im Aufbau des Wassermoleküls.
Sie finden das unromantisch und befremdlich?
Naja, Wassertropfen können auch als sehr schön und glitzernd angesehen werden und uns träumen lassen von Frische und Klarheit; im Licht der Sonne erscheinen sie wie Edelsteine.
Und unter dem Mikroskop können in einem Wassertropfen viele kleinste Lebewesen entdeckt werden.

Regina Michalski

Stille Wasser sind nicht tief, sondern ohne Kohlensäure!

Vorwort

Liebe Verbandsschwestern und Verbandsbrüder,
die Menschen haben (erneut) begriffen, dass die EU ein Wert an sich ist, 90% der deutschen und niedersächsischen Wähler haben am 26.05. pro Europa gewählt. Das war zum Glück in fast allen anderen Europäischen Ländern mit Ausnahme einer kleineren Insel nördlich von Frankreich ähnlich.
Aufgabe ist nun, die EU wieder in sicheres Fahrwasser zu bringen. Dies gilt auch und gerade für unsere gemeinsame Stellung in der Welt, für den Binnenmarkt und damit in besonderer Weise für unsere Wirtschaft. In Niedersachsen hängen z.B. fast 30 Prozent der Arbeitsplätze vom Export ab.
Die Wahl zum Europäischen Parlament im Mai hat zwar nicht den befürchteten großen Auftrieb für Extremisten jeder Art erbracht oder gar die EU-Gegner im europäischen Parlament zur führenden Kraft gemacht. Leider führen die trotzdem unklaren Mehrheitsverhältnisse aber bereits wieder zu Auseinandersetzungen um die wichtigen Machtpositionen wie den Kommissionspräsidenten, den Chefposten der Europäischen Zentralbank, den Vorsitzenden des Rates oder die Position des Außenbeauftragten. Von den Niederungen des fortlaufenden Brexitprotestes ganz zu schweigen.
Grund genug, sich dem Thema einmal grundsätzlich zu widmen.
Unverkennbar sind die Anfänge eines Umbruchs der über viele Jahrzehnte aufgebauten und etablierten Weltordnung zu erkennen.
Diese beruhte auf der Einsicht, gemeinsam besser dazustehen als allein. Wir Europäer haben uns auf den sog. „Multilateralismus“ mit weltweit ausgehandelten und globalgültigen Verträgen und Regeln zunehmend verlassen, viel von unserem heutigen Wohlstand beruht darauf. Die internationale Arbeitsteilung ist Grundpfeiler unseres Wohlstands.
Das Vertrauen in multilaterale Abkommen sinkt jedoch, erinnert sei nur an das Scheitern großer Handelsabkommen in letzter Zeit.
Ohne die USA, die sich zunehmend aus vielerlei Bindungen befreit, ist z.B. nicht nur das Pariser Klimaabkommen im Grunde kaum umsetzbar, wenn sich der zweitgrößte CO2 Emittent verweigert.
Gleichzeitig stellt sich die chinesische Regierung zwar als neue Verfechterin des Multilateralismus dar. Sie treibt aber weltweit Wirtschafts- und Investitionsprojekte voran, die Abhängigkeiten schaffen, die einem westlich geprägtem Multilateralismus, getragen von souveränen Nationen, widersprechen. Die chinesische „neue Seidenstraße“ endet übrigens ganz offiziell im Duisburger Hafen, die Chinesischen Investitionen in Afrika erfolgen ebenfalls nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit
Die Konrad-Adenauer-Stiftung spricht inzwischen jedenfalls bereits von einer „Wiederkehr der Großmachtpolitik“1 mit China und den USA an der Spitze.
Nun ist die EU in ihrem Wesen zwar ihrerseits keine Großmacht alten Stiles mit imperialen Zügen. Europäer setzen inzwischen mehr auf Werte und Verständigung. Dafür ist auch kultureller Austausch notwendig.
Fest steht aber, nur Europa als Ganzes und in sich geschlossen kann mit den großen Nationen USA, Indien oder China auf Augenhöhe verhandeln.
Hinzu kommen demographische Verschiebungen auf der Welt. Europa ist insgesamt ein alternder Kontinent. 1960 hatten wir noch einen Anteil von knapp 14 Prozent an der Weltbevölkerung, heute sind es gerade einmal 7 Prozent und bis 2060 werden es nur noch gut 5 Prozent sein.
Die Industrie ist in Europa weiter ein bedeutender Stabilisator für Wohlstand und Beschäftigung.
Der europäische Binnenmarkt besteht dagegen aus vielen relativ gesättigten Märkten. Große Wachstumsraten wird es eher in Schwellenländern und anderen Regionen der Welt geben. Hieraus folgt: Nur wenn wir als Europäer im globalen Wettbewerb erfolgreich sind und auch dorthin Waren exportieren können, werden wir weiterhin das erforderliche Wachstum generieren können.
Die strategische Ausrichtung auf einen funktionierenden Multilateralismus, in dem Sinn wie beschrieben, sowie die innere Geschlossenheit der EU sind mithin auch im nationalen deutschen Interesse und ohne echte Alternative außer, man möchte Juniorpartner einzelner Großmächte sein.
Voraussetzung bleibt aber, alle EU-Mitgliedstaaten unter einen Hut zu bekommen, da ansonsten das Gegengewicht zu den größten Nationen dieser Erde ein potemkinisches Dorf ist. Natürlich gehört dazu zwingend, dass alle die Regeln der EU und des Euro akzeptieren und einhalten. Der fortlaufende Kampf dafür lohnt aber, denn nur einer erfolgreichen EU wird es gelingen, die Kooperationen mit den vielen kleineren und mittleren Staaten weiter auszubauen.
Wem jetzt unsere Grundwerte, die Demokratie und das christliche Fundament Europas samt Friedenswirkung der EU fehlen – natürlich das kommt als Bonus zusätzlich obendrauf.
Die Gelegenheit, gestärkt aus dem Wandel hervorzugehen ist jedenfalls da, wir müssen sie aber ergreifen und dazu muss Europa funktionieren!

Ihr
Christian Berndt

Der Verfasser ist als stellv. Abteilungsleiter im Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit Verkehr und Digitalisierung für die strategische Ressortplanung und EU-Angelegenheiten zuständig.


1  Rüppel, Patrick: Liegt Europas Zukunft in Asien?, in: KAS [Hrsg.]: Auslandsinformationen, 04/2018.

Bericht vom Bundesverbandstag in Kaarst

Unter dem Motto „Die Zukunft beflügeln – Die Zukunft der Sozialverbände –Ökumene in einer interkulturellen Gesellschaft“ fand vom 31. Mai bis zum 2. Juni der 90. KKV-Bundes-verbandstag in Kaarst statt.


Mitglieder des Bundesvorstandes, des KKV-Hauptausschusses und des Vorstandes der Ortsgemeinschaft Kaarst trafen sich am 31. Mai um 10 Uhr im Kaarster Rathaus bei Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus (zugleich auch

Ortsvorsitzende des KKV). Am frühen Nachmittag wurde der Bundesverbandstag vom Bundesvorsitzenden Josef Ridders, Dr. Ulrike Nienhaus und dem designierten Bundesverbandstagspräsidenten, Ernst Lohe, eröffnet. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierte der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch, die evangelische Pastorin Barbara Montag, der Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling und der katholische Publizist Heinrich Wullhorst unter der fachkundigen Moderation von Lutger Baten (NGZ) sehr engagiert zum Verbandstagsthema im großen Saal des Hotel Mercure.
Die Eröffnungsmesse fand in St. Antonius in Kaarst-Vorst statt, mit Bischof Dr. Heiner Koch, dem Geistlichen Beirat des KKV, Prof. Dr. Peter Schallenberg und anderen Konzelebranten. Der Eröffnungsabend der Ortsgemeinschaft im Pfarrheim fand unter kräftiger Mitwirkung von ehrenamtlichen Frauen und Männern aus Kaarst statt und wurde von den circa 170 Gästen sehr genossen. Mit Shuttlebussen ging es zurück zum Hotel.
Nach einem ökumenischen Gebet am Samstag begann die Delegiertenversammlung, durch die der Bundesverbandstagspräsident Ernst Lohe souverän führte. Die Ergebnisse werden in Kürze im Protokoll vorliegen und dann auf Nachfrage versandt. Bei der Wahl zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurde Sebastian Adamski aus Hildesheim mit großer Mehrheit gewählt.
Am frühen Nachmittag begannen zwei Foren mit der Thematik „Wieviel katholisch darf es denn sein?“ und „KKV – und wo ist mein Mehrwert?“ Vorbereitet und durchgeführt wurden sie vom PR Profi Mathias Wieland, der mit zwei Kolleginnen vor Ort war. Die Foren waren mit je fast 30 Teilnehmern gut besucht. Eine Auswertung erfolgt in Kürze.
Beim Festabend im Mercure Hotel wurde vom Bundesverband zum sechsten Mal der „Ehrbare Kaufmann“ gekürt. Hier hat man mit Dr. Dr. Thomas Rusche einen ehrwürdigen Preisträger gefunden. Der Festabend mit Showeinlagen wurde von den Gästen als sehr gelungen empfunden.

Zur heiligen Messe am Sonntag in St. Martinus kamen rund 200 KKVerinnen und KKVer. Zelebrant war Weihbischof Dr. Domenikus Schwaderlapp aus Köln. Der Fahnenumzug zum Kaarster Rathaus, wie die ganzen Tage bei bestem Wetter, und die anschließende Festliche Stunde des Verbandes, Festredner war der Nordrhein-Westfälische Finanzminister Lutz Lienenkämper, wurden von den Gästen nochmal als besondere Höhepunkte angesehen, bevor die Nationalhymne und die „Ode an die Freude“ den Verbandstag beendeten.
Für Ihre Arbeit zum guten Gelingen des 90. Bundesverbandstages in Kaarst sei an dieser Stelle allen Beteiligten, dem Vorstand, den Mitarbeitern und insbesondere den Kaarstern gedankt.
Übrigens: Der 91. Bundesverbandstag findet in Koblenz statt. Der Koblenzer Ortsvorsitzende, Michael Hörter, lud die KKVerinnen und KKVer 2021 an den Mittelrhein ein.

Quelle: Vorstandsnachrichten im Juni 2019; Essen, 19.06.2019
Der Bundesvorstand

Einladung zum Samstagsforum

am Samstag, 14. September 2019 um 10.00 Uhr
im Gustav-Struckmann-Saal des Hildesheimer Rathauses, Markt 1

Himmel 4.0

Sicher sind Sie bereits in irgendeinem Zeitungs- oder Fernsehbericht auf den Begriff „Industrie 4.0“ oder „Arbeit 4.0“ gestoßen und haben sich vielleicht gefragt, was sich dahinter verbirgt.
Der Wortbegriff taucht erstmals anlässlich der Hannover-Messe 2011 in der Öffentlichkeit auf und geht zurück auf eine Arbeitsgruppe, die sich mit wirtschaftlichem Wachstum in der Zukunft und entsprechenden Veränderungen in der Arbeitswelt beschäftigt. Die Bezeichnung 4.0 stellt als 4. industrielle Revolution Beziehung her zu den vorausgegangenen drei „Revolutionen“ in der Industrie (1. Mechanisierung durch Nutzung von Dampf- und Wasserkraft; 2. Massenfertigung mittels Fließbandes und elektrischer Energie; 3. digitale Revolution durch Einsatz von Elektronik und IT zur Automatisierung der Produktion).
4.0 strebt nun eine Effizienzsteigerung und Produktionsbeschleunigung an durch eine vermehrte Vernetzung und Digitalisierung, d.h. intelligente Maschinen und Computer-gesteuerte Systeme erledigen selbständig arbeiten. Doch wo bleibt der Mensch dabei? Wird er womöglich arbeitslos? Ersetzt von Computern und Maschinen?
Der KKV hat zu diesem Themenkomplex den Wirtschaftsjournalisten und Zukunftsforscher Erik Händeler eingeladen, denn er teilt diese Ängste nicht. Er ist der Meinung, dass der Mensch seine Aufgabe künftig mehr auf der Planungs- und Organisationsebene findet. Wegen der immensen Wissensflut ist er aber immer mehr auf die Zusammenarbeit und das Wissen anderer angewiesen, Kooperationsfähigkeit und Teamgeist sind zunehmend gefragt. Solche Eigenschaften legt uns auch die Bibel nahe, deshalb überschreibt Händeler seinen Vortrag: „Himmel 4.0 – von der begründeten Hoffnung auf das Evangelium in der digitalen Wissensgesellschaft.“
Machen Sie sich selbst ein Bild und hören Sie Erik Händeler am Samstag, 14.09.2019 um 10.00 Uhr im Gustav-Struckmann-Saal des Hildesheimer Rathauses, Markt 1.
Alle KKVerinnen und KKVer und Interessierte sind herzlich eingeladen!
Im Anschluss an die Veranstaltung reichen wir einen kleinen Imbiss, daher wäre es freundlich, wenn Sie sich bei Vb Thomas Michalski anmelden würden: Thomas_Michalski@t-online.de

Wir freuen uns auf Sie!

Einladung zur Weinprobe

am Freitag, 27.09.2019 um 18.00 Uhr im cooks & wines GmbH, Vinothek, Osterstraße 41-44,
31134 Hildesheim.
Parkplatz hinter dem Haus.
Wein, Wasser und Imbiss für 20,00 € p.P.
Vb Günter Halex erläutert die Weine
Anmeldeschluss 20.09.201
Anmeldungen bei Vb Heinz Grande oder Vb Karl Klodwig
Ansprechpartner und Organisatoren: Vb Thomas Adamski, Vb Günter Halex, Vb Matthias Mehler